Weltfriede im Atomzeitalter

Aus einer Rede Sant Kirpal Singhs vor der Generalversammlung der UNESCO, New Delhi, Dez 1956.

Auf meiner Reise durch England, Deutschland und die USA im letzten Jahr wurde ich gefragt: „Wie können wir die Gefahr eines Atomkrieges abwenden?“ Ich sagte den Zuhörern, dass wir sie dann abwenden können, wenn wir nach dem leben, was die Schriften sagen. Wir wissen so viel von der Bergpredigt, den Zehn Geboten und dem Achtfachen Pfad des Buddha, wenn es darum geht, den anderen zu predigen, aber wir leben nicht nach dem, was wir predigen.

„Seid Täter des Wortes und nicht Hörer allein – sonst betrügt ihr euch selbst.“ – „Reformer werden gesucht, die nicht andere reformieren, sondern sich selbst.“ Lernt so zu leben wie Yudishtra, einer der fünf Pandava (Prinzen aus dem indischen Epos Mahabharata). Es wird berichtet, dass die fünf Brüder einem Lehrer zum Unterricht unterstellt wurden. Der Lehrer gab ihnen ein Buch, das mit den Worten begann: „Sprich die Wahrheit! Werde nicht ärgerlich!“, usw. Vier der Brüder lernten das kleine Buch ganz auswendig. Als die Reihe an Yudishtra kam, sagte er: „Meister, ich habe einen Satz ‚Sprich die Wahrheit!‘ ganz gelernt und von, ‘Werde nicht ärgerlich’ nur die Hälfte.“ Der Meister war wütend. „Was soll ich dem König sagen?“ fragte er. „In zwei oder drei Monaten hat er nur einen Satz gelernt und den anderen halb.“ Er schlug den Jungen – einmal, zweimal, dreimal. Dann sagte er: „Warum sagst du nicht die Wahrheit?“ Yudishtra antwortete: „Ich sage die Wahrheit: ich habe den einen Satz ‚die Wahrheit zu sagen‘ ganz gelernt, und den anderen ‚nicht ärgerlich zu werden‘ zur Hälfte. Und jetzt sage ich Euch nochmals die Wahrheit: am Anfang war ich nicht ärgerlich, aber als Ihr mich immer weiter geschlagen habt, da kam Ärger in mir auf.“ Solange wir noch nicht gelernt haben, so zu leben wie Yudishtra, kann es in keinem Stadium unseres Lebens einen Fortschritt geben. Nahrung, die verdaut wird, gibt Kraft. Wenn wir das in die Praxis umsetzen, was wir gelernt haben, wird jegliche Gefahr eines Atomkrieges gebannt sein.

Jetzt lasst uns sehen, was die Schriften zu unserer Führung sagen. Wir alle verehren dieselbe Gotteskraft, die mit so vielen Namen benannt wird. Gott erschuf die Menschen (beseelte Körper). Unsere Seele ist umhüllt von Gemüt und Materie. Gott ist Allbewusstsein. Wenn wir uns von der Gebundenheit an Gemüt und Materie befreien, erkennen wir, dass wir bewusste Wesen (Seelen) sind. Wir sind gleichsam Tropfen aus dem Meer des Lebens. Wenn wir uns selbst erkennen, indem wir uns vom physischen Körper trennen, dann begegnen wir der Welt von der Ebene der Seele aus. Wir besitzen also einen starken Hintergrund, auf den wir uns stützen können, nämlich Gottbewusstsein. Aber bisher haben wir nur nach den Geboten und Verboten gelebt. Wir sollen dies und jenes tun, oder dieses und jenes nicht tun; und damit stehen wir in Wirklichkeit auf keinem starken Fundament. „Von Geburt aus ist keiner Hindu oder Moslem,“ sagte Guru Nanak, und ich darf hinzufügen: „Christ oder Anhänger einer anderen Religion.“

Die Israeliten kamen zu Christus und stellten ihm die Frage: „Unser Kaiser verlangt Steuern von uns, was sollen wir tun?“ Er forderte sie auf, ihm eine Münze zu bringen, und als die Münze gebracht wurde, fragte er, wessen Inschrift sie trage. Als sie zur Antwort gaben, es sei die des Kaisers, sagte er: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist. Eure Seelen aber sind von Gott, so gebt sie Gott.“ Alle Meister hatten denselben Standpunkt. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und so entstanden die sozialen Institutionen der verschiedenen Religionen zur Erhebung der Seele, einerseits, damit sie ihren irdischen Aufenthalt friedlich verbringen und sich der ganzen Menschheit gegenüber als hilfreich erweisen kann, andererseits aber auch, um der Seele zu helfen, sich selbst und das Überselbst – Gott – zu erkennen. Gott kann nicht durch den Verstand, die nach außen gerichteten Sinne oder die Pranas erkannt werden. Nur die Seele allein kann Gott erkennen – das ist der Grund, weshalb alle früheren Meister betonten: „Erkenne dich selbst!“ Darüber hinaus gaben sie zwei wichtige Gebote:

1. Liebe Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft, und

2. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Denn Gott wohnt in allen Herzen.

Wir sind alle bewusste Wesen von der gleichen Essenz wie Gott. Es besteht eine allem zugrundeliegende Einheit, und so sind wir Brüder und Schwestern im wahren Sinne des Wortes und bilden eine universale Bruderschaft, die nur dann gefestigt werden kann, wenn die so notwendige innere Einheit verwirklicht wird.

Bis jetzt ist unser Wissen nur intellektuell. Da wir uns selbst nicht erkannt haben, kann unser inneres Auge nicht alles durchdringen. Erst wenn das innere Auge, Einzelauge oder verborgene Auge geöffnet ist, sieht man, dass dasselbe Licht Gottes in allen wirkt. Dann wird man wirklich alle lieben und alle Schriften achten, die die Meister der Vergangenheit uns hinterlassen haben. Alle Schriften sagen, dass Gott überall in der Schöpfung ist und jeder Form innewohnt. Guru Nanak sagte: „Wir leben und haben unser Sein in Gott. Wir sollten jeden so behandeln wie unser eigen Fleisch und Blut.“ Prophet Mohammed sagte: „Wir sind alle Mitglieder derselben Familie Gottes.“ Alle anderen Heiligen sagten das gleiche. Wir sollten deshalb alle lieben. Die Liebe zu Gott und zur ganzen Menschheit sind die beiden großen Grundsätze oder Hauptgebote, auf denen die Arbeit aller Meister beruht. Wenn wir sie in der Praxis befolgen, wird Friede auf Erden sein; das Königreich Gottes wird auf die Erde kommen – und es kann keine Gefahr mehr für einen Atomkrieg geben.

Es gibt nur eine Wirklichkeit, die hinter allem wirkt. Die ganze Menschheit ist eins. Die Unterschiede wurden von Menschen geschaffen, sie entstanden aus der Selbsterhöhung, weil der Mensch sein eigenes Selbst nicht kennt. Vom heiligen Johannes wird erzählt, dass er einmal in eine Schule eingeladen war. Er kam hin und wurde gebeten, eine Rede zu halten. So stand er auf und sagte: „Kinder, liebt einander“, und setzte sich wieder. Der Schulleiter fragte ihn: „Habt Ihr nicht noch mehr zu sagen?“ Er stand nochmals auf und sagte: „Kinder, liebt einander“, und setzte sich wieder. Noch einmal fragte ihn der Schulleiter, ob er nicht noch mehr zu sagen habe. Ein drittes Mal stand er auf und sagte: „Kinder, liebt einander. Liebt, und alle Dinge werden euch zufallen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, muss sich der Mensch ethisch oder moralisch entwickeln. Das ist der Kern der Lehren aller Meister. Wer Gott liebt, wird ganz von selbst alle lieben.

Ohne Liebe kann es keinen dauerhaften Frieden in der Welt geben, und wenn der spirituelle Aspekt im Menschen nicht verwirklicht wird, könnt ihr keine wahre Liebe haben. Gott ist Liebe; und da unsere Seele vom gleichen Wesen ist wie Gott, ist die Liebe von Natur aus in uns eingewirkt. Shamas Tabrez, ein Moslem, sagte: „Auch wenn ihr hundert Jahre lang äußere Rituale und Gebetszeremonien ausführt, seid ihr deshalb noch keine wahren Ergebenen. Wenn dadurch keine Liebe zu Gott entstanden ist, könnt ihr das Mysterium Gottes nicht erkennen.“

Guru Gobind Singh, der zehnte Guru der Sikhs, sprach die gleiche Wahrheit aus: „Hört alle her, ich sage euch die Wahrheit: die, die lieben, gelangen zu Gott.“ Die Bibel sagt das gleiche: „Jene, die nicht lieben, können Gott nicht erkennen.“ Alle anderen sagten dasselbe. Wer Gott liebt, verehrt alle Meister, die in der Vergangenheit kamen, alle heiligen Schriften, alle heiligen Orte und Pilgerstätten. Wer Gott liebt, wird nie daran denken, jemanden in Gedanken, Worten oder Taten anzugreifen. Er wird

1. eine Verkörperung von Ahimsa (Nichtverletzen, Gewaltlosigkeit) sein, welches das höchste aller Dharmas (ethischen und religiösen Prinzipien) ist

2. ein Leben der Wahrhaftigkeit führen

3. einen edlen Charakter haben

4. alle lieben und keinen hassen

5. ein Leben des selbstlosen Dienens zur Erhebung der ganzen Menschheit führen.

Das sind die fünf Säulen, auf denen das Gebäude des Friedens errichtet werden kann. Diese fünf Säulen werden gestärkt, indem man die innere spirituelle Verbindung entwickelt. Ein solcher Mensch sieht die ganze Welt als Haus Gottes und die verschiedenen Länder als die vielen Räume darin. Die Regierungen wurden eingesetzt, um das Wohlergehen des Volkes zu wahren. Sie tun ihr Bestes, um mit den verschiedensten Maßnahmen Frieden und Ordnung in der Welt wieder herzustellen. Auch die Vereinten Nationen wurden gegründet, um dieses Ziel zu sichern. Die Regierungen können die Menschen äußerlich kontrollieren, aber sie können sie nicht zu wahren Menschen entwickeln – solange sich die Herzen und Gemüter nicht ändern, kann sich auch die Situation in der Welt nicht verändern. Der Wandel muss von innen kommen. Wie ich schon sagte: „Der Mensch spricht aus der Überfülle seines Herzens“. Die Worte, die ein (spiritueller) Mensch spricht, sind von Liebe geladen. Was aus seinem Herzen kommt, geht anderen Menschen zu Herzen. Das ist nicht die Aufgabe von Sektierern, sondern allein die spiritueller Menschen. Nur sie können eine solche Arbeit tun, ohne die keine Regierung wirklich erfolgreich sein kann.

Leider bin ich gezwungen (in diesem Zusammenhang) eine Sache anzusprechen, die der Menschheit mehr geschadet als genützt hat: das bezahlte Predigen. Bezahltes Predigen, betrieben von berufsmäßigen und engstirnigen Predigern, hat die Dinge in allen Religionen verschlimmert. Statt die Menschheit zu vereinen, haben sie daran mitgewirkt, Mensch von Mensch zu trennen. Seht, wie es früher war: Das Leben des Menschen war in vier Abschnitte eingeteilt. Die ersten 25 Lebensjahre wurden dazu verwendet, sich mit allen Schriften zu befassen und sich sonstiges Wissen anzueignen; die nächsten 25 Jahre waren dafür gedacht, eine Familie zu gründen und sich um sie zu kümmern. Etwa weitere 25 Jahre hatte der Mensch in die Abgeschiedenheit zu gehen, um Selbst- und Gottverwirklichung zu erlangen. Wenn er sich selbst und Gott verwirklicht hatte, sollte er von Ort zu Ort gehen und die Menschheit uneigennützig lehren. Solche Menschen wurden „Sanyasins“ genannt, und sie wurden gebeten zu predigen. Alle Meister weisen uns an, mit unserer ganzen Seele, unserem ganzen Herzen und all unseren Kräften Gott und die ganze Menschheit zu lieben. Die Meister, die in der Vergangenheit kamen, sagten, wir sollten uns nach den Schriften richten. Wie viele von uns sollten das tun? Wenigstens die, die diese Wahrheit erkannt haben. Sie sollten bei sich selbst beginnen.

Gott will Reformer, wie ich Ihnen bereits sagte, die sich selbst und nicht andere reformieren. So viele Menschen sitzen hier – sagen wir 600 bis 700 – wenn wir einfach damit anfangen, das zu tun, wird ein Wandel kommen. Wer dann Ihnen begegnet, wird sich ebenfalls ändern. Sehen Sie, es bedarf einer sinnvollen Art des Predigens durch solche, die allumfassende Liebe haben und der wahren Bedeutung der Schriften, die wir heute glücklicherweise besitzen, folgen. Wären wir hundert oder vierhundert Jahre früher (in die Welt) gekommen, würden uns die Schriften oder Erfahrungen derjenigen, die in dieser Zeit lebten, wie Ramakrishna und andere, nicht zur Verfügung stehen. Wären wir fünfhundert Jahre früher hier gewesen, hätten wir die Schriften der Sikh-Gurus nicht, die ein umfangreicher, göttlicher Schatz sind. Hätten wir vor 1400 oder 1500 Jahren gelebt, hätten wir den heiligen Koran nicht. Und wenn wir zweitausend Jahre zurückgehen – wären wir vor dieser Zeit gekommen, hätten wir nicht einmal die Bibel. Vor 2500 Jahren hätten wir auch die Schriften von Buddha und Mahavira nicht. So sind wir heute im 20. Jahrhundert glücklich zu schätzen, die genauen Berichte über die persönlichen Erfahrungen mit dem Selbst und dem Überselbst all derer zu haben, die in der Vergangenheit lebten. Wir können davon profitieren. Solange wir jedoch den wahren Sinn der Schriften nicht kennen und das eine, allem zugrundeliegende Prinzip nicht verstehen und danach leben, stehen wir nirgendwo. Was sagen die Schriften? Sie raten uns, stark und widerstandsfähig zu sein, ein vorbildliches ethisches Leben zu führen und uns selbst und Gott zu erkennen.

Es gibt zwei Arten von Wissen, das eine wird „Apara Vidya“ und das andere „Para Vidya“ genannt. „Apara Vidya“ besteht darin, Schriften zu lesen, Rituale und andere Zeremonien auszuführen, Almosen zu geben usw.; das sind die Anfangsstufen, die notwendig sind, um den Weg zur Spiritualität zu bahnen. Der Sinn dahinter ist, in uns das Interesse zu wecken, uns selbst und Gott zu erkennen, und außerdem ein ethisches Leben zu führen, das ein Schrittstein zur Spiritualität ist. Dazu brauchen wir natürlich die Führung eines Menschen, der das spirituelle Leben verwirklicht hat. Das Haupthindernis ist, dass wir nicht wissen, was wir sind und wo wir stehen. Unsere Seele ist gefangen von Gemüt und Materie. Wenn Sie praktisch lernen, sich selbst zu analysieren und sich über das Körperbewusstsein zu erheben, dann werden Sie sehen, dass Sie weder der Körper, noch der Intellekt, noch die nach außen gerichteten Sinne sind.

Wir wissen so viel, aber wir wissen es nur intellektuell. Ist es möglich, sich selbst und Gott zu erkennen? Wie ich Ihnen vorhin schon sagte: Ja! Es ist möglich, wenn wir „Para Vidya“ folgen, der Wissenschaft der praktischen Selbstanalyse, dem natürlichen Weg, den Menschen jeden Alters gehen können. Wenn Sie nicht wissen, wer Sie sind und was Sie sind und in welcher Beziehung Sie zu Gott und der ganzen Schöpfung stehen, können Sie nicht vollkommen in Frieden leben. Das hat nichts mit Gefühlen und Emotionen zu tun oder mit Schlussfolgerungen, zu denen man durch intellektuelles Ringen kommt, denn all das ist dem Irrtum unterworfen. Es ist eine Sache des Sehens, und steht somit über allem. Das lehrten alle Meister der Vergangenheit. Und es gilt für jeden, ganz gleich aus welchem Land er kommt oder zu welcher Religion er gehört; das macht keinen Unterschied. Da der Mensch ein soziales Wesen ist, wurden Gemeinschaften gegründet, die ihn befähigen sollen, ein Leben hoher Moral und Reinheit zu führen und die ganze Menschheit zu lieben, und die Tage seines Lebens in Frieden zu verbringen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir die Einheit sehen die der ganzen Schöpfung zugrunde liegt, indem wir uns selbst und Gott erkennen. Wir haben uns auf wissenschaftlichem Gebiet wunderbar entwickelt, sind aber trotz all der Annehmlichkeiten, die uns das gebracht hat, nicht glücklich. Wirklich glücklich ist man erst, wenn man sich selbst erkennt.

Wir haben davon gesprochen, dass Regierungen zwar äußerlich Kontrolle über Menschen ausüben können, aber sie nicht zu wahren Menschen entwickeln können. Menschen zu wahren Menschen heranzubilden ist die Arbeit wirklich spiritueller Lehrer. Nehmt als Beispiel die Könige der alten Zeit, wie Dashratha, Ashoka und andere; fast alle hatten an ihrem Hof wirklich erwachte spirituelle Seher, die sie in allen Angelegenheiten, die die Menschheit als Ganzes betrafen, zu Rate zogen. Von ihnen erhielten sie maßgebliche Hilfe bei der Regierungsarbeit in ihren Staaten, ohne dass sie auf die Anwendung von Gewalt zurückgreifen mussten. Wenn eine ähnliche Führung jetzt möglich wäre, würde das viel dazu beitragen, den Frieden in der Welt zu sichern. Sehen Sie, unser Erfolg, eine unabhängige Regierung in Indien ohne regelrechten Krieg zu erlangen, war hauptsächlich durch die weise Führung und Beratung Gandhi Jis möglich, die auf moralischer Stärke mit einem gewissen spirituellen Hintergrund beruhte. Er verdient unser aller Hochachtung. Wenn Sie den Grundsätzen folgen, die ich Ihnen genannt habe, wird Frieden auf Erden sein. Dies ist nichts Neues. Es steht bereits in den Schriften, die die Meister, die in der Vergangenheit kamen, hinterließen. Sie alle brachten die gleiche Lehre. Aber wir kennen das nur intellektuell.

Das einzig Notwendige ist: das, was wir wissen, müssen wir in die Tat umsetzen. Statt anderen zu predigen, sollten wir uns selbst predigen und nach dem leben, was wir sagen. Dann wird ganz sicher ein Wandel kommen. Es mag sein, dass Kriegsgefahr droht, aber wenn wir zumindest wissen, was wir sind, und versuchen, nach dem oben Gesagten zu leben, wird das die Dinge nicht verschlimmern; es wird der Mehrheit der Menschen helfen. Es ist wahr: wenn das Haus bereits in Flammen steht, kann man dort nicht erst einen Brunnen graben. Wenn wir nun aber beginnen, nach dem zu leben, was uns dargelegt wurde, nämlich Gott zu lieben, und da Gott in allen Herzen wohnt, die ganze Menschheit und die ganze Schöpfung zu lieben, wird uns das von großer Hilfe sein.

In den Hindu-Schriften lesen wir, dass sie den Schlangen Milch gaben, da Gott allen Formen innewohnt, Gugapir, wie es genannt wurde. Christus wurde die Frage gestellt, wie wir uns anderen gegenüber verhalten sollten, und er sagte: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Als er gefragt wurde, wie man sich seinen Feinden gegenüber verhalten sollte, sagte er: „Liebet eure Feinde.“ Der wirklich spirituelle Mensch sieht Gott in allen Herzen. Er handelt von dieser Ebene aus. Es wird umso mehr Frieden und Liebe untereinander entstehen, je mehr solche Menschen es gibt. Mit diesen Worten möchte ich mich bei Ihnen allen für das geduldige Zuhören bedanken und mich von Ihnen verabschieden.