„Democracies have failed, but a democracy can live, survive and triumph when two conditions are fulfilled:

When, first, sectarianism and fanaticism perish; and when, secondly, States bow in reverence to a superior law, the law of fellowship and human sympathy, and above all to the Infinite whose Voice rings from end to end “Children of the Earth, ye all are one!”

The real and lasting freedom cannot be achieved without faith in solidarity and freedom of humanity. How? By:

Faith more than mere knowledge of books;
Solidarity more than schemes of reform;
Service of humanity more than anything else.“

Sant Kirpal Singh

Interview mit Dr. Harbhajan Singh

Anlässlich der Unity of Man Weltkonferenz in Kirpal Sagar, Februar 1994

Frage: Die Situation in der Welt ist sehr kritisch. Es gibt viele Kriege, die Menschen verstehen einander nicht, es gibt so viel Hass und Feindseligkeit. Was kann man in dieser Hinsicht tun?
Dr. Harbhajan Singh: Es sollte bei uns selbst beginnen, denn zuerst müssen wir unsere eigenes Zuhause und unsere Familienangelegenheiten in Ordnung bringen. Und wenn wir uns selbst gegenüber ehrlich sind, dann sind wir auch anderen gegenüber aufrichtig. Dieses Problem beginnt von Mensch zu Mensch und dann von Land zu Land, von Religion zu Religion. All das habe ich Ihnen erklärt, damit sie ganz von Herzen her all das unterscheiden können, (verstehen können, wie es entsteht und sich auswirkt), dann gibt es kein Problem.
Ich möchte ihnen jetzt ein Beispiel geben: Viele Menschen konnten ihre eigenen Familienangelegenheiten nicht in Ordnung bringen; ganz zu schweigen von der ganzen Welt. So gab es bei der Menschenrechtskonferenz in Wien auch sehr viele Frauen, die sich beklagten, dass ihre Männer sie nicht fair behandeln. Und ich sagte dort: „Warum weinen nur die Frauen und nicht die Männer? Das Problem liegt also beim Mann und nicht bei der Frau.“ Wenn die Frau weint, weint sie nur, weil sie Liebe und Wohlwollen erhalten möchte. Wenn sie das nicht bekommt, wird ihr Leben schal und leer sein, und die ganze Familie wird durcheinander geraten. Die Kinder, die äußerst zart besaitet sind, kommen in einen ganz gestörten Zustand. Von klein an werden sie zu Sonderlingen. Sie sind nicht fit für (das Leben in) der Gesellschaft, weil sie von ihren Eltern nicht geliebt wurden, weil sich ihre Eltern nicht um sie gekümmert haben. Sie wollen (die Liebe und Fürsorge der Eltern haben), bekommen sie aber nicht.
Wenn wir also ernsthaft bei uns selbst beginnen, können wir diese Ausstrahlung zu unserem Nachbarn, in unsere Stadt und von der Stadt in unser Land und von einem Land in das andere bringen. So kann es zu einer großen Revolution in der Welt kommen.
Es ist also unbedingt notwendig, dass der Mensch erwacht. Angenommen, es gibt einen, der dieses richtige Verstehen hat, dann kann er die ganze Stadt verändern und jeder würde seine Ansichten zu schätzen wissen. Es ist also an der Zeit, dieses Bewusstsein im Menschen hervorzubringen.
Wenn man nur Blätter vom Baum schüttelt, ist es kaum möglich einen Baum zu fällen. Wenn man jedoch das Übel von der Wurzel her beseitigt, ist es ganz einfach. Die Wurzel all dieser Probleme liegt also bei uns selbst, es beginnt in unserem eigenen Zuhause und bei unseren eigenen familiären Angelegenheiten.
Und heute können Sie das Beispiel selber sehen: Bei Unity of Man in Österreich und Deutschland sind alle sehr liebevoll. Sie verstehen die Lehre von Christus und leben nach Seinen Geboten. Kurz zusammengefasst sind diese Gebote Christi: Uns selbst gegenüber wahr zu sein und auch den anderen gegenüber. Wir sollten wirklich Mensch werden, nicht nur wie ein Mensch aussehen. Unsere Aufgabe ist es, als Menschen zu wirken.
So habe ich dort (bei Unity of Man, in Österreich und Deutschland) gesehen, dass Ehefrau und Ehemann ganz friedlich und liebevoll zusammenleben, weil beide, entsprechend den heiligen Schriften, versuchen, sich gegenseitig zu entwickeln, und so ist alles harmonisch, und auch die Kinder entwickeln sich. Es gibt dort also einen großen Wandel.
Und ich habe dort während der ganzen Zeit, in vielleicht 15 bis 16 Jahren, kaum eine Scheidung gesehen. Wenn eine solche Lehre in einer Familie ihre Wirkung zeigt, wird dieses Haus wirklich zu einem Beispiel, zu einer wahren Kirche und zu einem wahren Tempel.
Unsere Aufgabe wäre es also, den Streit, das Blutvergießen und den Hass, den es in der Welt gibt, und der nicht von oben, nicht vom Himmel kommt, sondern dem Herzen des Menschen entspringt, gleich dort zu kontrollieren, wo sein Ursprung ist. Es mag etwas länger dauern, aber dann kommt es zu einer dauerhaften Lösung, um solche Rätsel des Lebens zu lösen.
Wenn es also zu einem Erwachen kommt, einem Erwachen, das überall beginnt und überall (in jeder Familie) vorhanden ist, dann wird es sich auch wie ein Lauffeuer ausbreiten und zu einer dauerhaften Lösung der Probleme führen.
Wenn wir wissen, dass wir alle eins sind, werden wir alle lieben. Wenn die Meister in die Welt kommen, lieben sie alle Menschen, weil sie ihren Meister in allen Menschen sehen. Deshalb lieben sie alle, unabhängig von Kaste, Hautfarbe, Religion oder Herkunft. Das ist auch unsere Aufgabe.
Wenn ich (jemand anderen) hasse, aber behaupte, ich liebe Gott, so kann das unmöglich wahr sein. Gott ist Liebe, die Liebe ist Gott und der Weg zurück zu Gott ist Liebe.
So sollten wir also beginnen, all das genauso umzusetzen, wie es uns gelehrt wurde. Wir müssen es praktizieren und dementsprechend leben und arbeiten. Das ist die einzige Lösung für uns alle. Wie lange (sollten wir es tun)? Bis zu unserem letzten Atemzug.
Wenn wir einmal unser Leben entschieden haben, dann sollten wir dementsprechend leben und arbeiten. Ein einziger Mensch kann dann Harmonie und eine liebevolle Atmosphäre bei 100.000 Menschen bewirken. Hat man erst einmal die höheren Werte des Lebens verstanden, möchte man auch so leben. Wie dagegen wird jemand leben, wenn ihm nichts über die höheren Werte des Lebens gelehrt wurde? So ist Unwissenheit die Wurzel aller Probleme der Welt. Was auch immer (Falsches) geschieht, es liegt nur an der Unwissenheit.
Nehmen wir Alexander den Großen: Er war danach aus Mord, Blutvergießen, Hass und Konflikte in der Welt zu verursachen, und das tat er auch. Er wollte sich seinen Wunsch (die Weltherrschaft zu erlangen) erfüllen, das war der Grund, warum er all das machte. Danach aber musste er feststellen, dass alles eine Illusion war. Er hatte es aus Unwissenheit getan. Und als er im Sterben lag, ordnete er deshalb an, dass seine Hände aus dem Sarg herausschauen sollten (so dass alle sehen) dass Alexanders Wunsch nur Schall und Rauch war und er allein gehen muss und nichts mitnehmen kann.
Das Leben solcher Menschen, die Unruhe stifteten in der Welt und dennoch nichts gewonnen haben, lehrt uns viele Lektionen. Erst zum Zeitpunkt des Todes wurde ihm all das bewusst. Warum sollte der Mensch dieses Erwachen nicht schon vorher erlangen? Das sollte er!

Wollt ihr noch etwas wissen?
Auch Christus hat gesagt: „Der Mann soll seine Frau lieben, wie Christus die Gemeinde.“ Er wollte diese Einheit hervorbringen und zwar so, dass sie direkt von der Familie ausgeht und das wiederum sollte sich auf die Kinder auswirken. Die Kinder sollten es dann von einer Institution (z.B. der Schule) zur nächsten tragen und von dort in das ganze Land und dann von Land zu Land. Das wollen sogar unsere Politiker im innersten ihres Herzens, das Problem dabei ist nur, dass sie nur für sich selber leben, jedenfalls die meisten von ihnen, sorry, sie leben nur für sich selbst.
Und was die Vertreter der Religionen betrifft, so hätten auch sie für andere leben sollen, doch auch sie leben nur für sich selbst. Das gleiche Problem besteht mit all diesen sogenannten Meistern, sie bezeichnen sich als kompetenter Meister, aber ein kompetenter Meister wird immer für andere leben, während all die sogenannten Meister nur für sich selbst leben. Wie kann so das Problem gelöst werden?
Es gibt wirklich keine Lösung dafür, es sei denn, sie alle (die in der Gesellschaft verantwortlich sind) beginnen so zu leben. Wir sollten sie nicht unter Druck setzen, wir sollten sie nicht hassen, sondern sie durch gute Menschen ersetzen, die gute Ansichten haben, und die eine edle Haltung voller Größe zeigen. Das bedeutet den Weg der Seele, den Weg des (wahren) Lebens zu gehen und zu versuchen, überall eine Weiterentwicklung zu bewirken. Nur das kann die Lösung sein.
So vergeht die Zeit, Jahre vergehen, Jahrhunderte vergehen, aber der Zustand des Menschen bleibt derselbe, weil er nicht damit beginnen will. Er sollte bei seinem eigenen Leben beginnen.
Tatsächlich bedeutet Unity of Man, die Einheit des Menschen, dass alle auf der Ebene des Menschen zusammenkommen sollten. Sie sollten die Lehre wirklich geistig verarbeiten und sich selbst entwickeln und für Gott arbeiten. Das entspricht genau dem, was Christus sagte, nämlich dass viele Menschen dieses Evangelium der Wahrheit auf vielfältige Art und Weise verbreiten sollten. Guru Nanak sagte das gleiche.
Jetzt ist also eine besondere Zeit, in der das Unterscheidungsvermögen des Menschen die höchste Stufe erreicht hat. Wenn das wieder verloren geht, wird es vielleicht 1000 Jahre dauern, bis der Mensch dieses Unterscheidungsvermögen wiedererlangt. So möchte ich betonen, dass es Sant Kirpal Singhs Wunsch war (dass die Wahrheit verbreitet wird) und Sant Kirpal Singhs Wunsch ist der Wunsch Gottes, würde ich sagen. So sollten wir dementsprechend leben, wir sollten dafür leben und arbeiten.
Ich danke vielmals, ich denke, das genügt.