Der menschliche Körper ist individualisierte Materie, insofern als der darin eingehüllte Geist ein individueller zu sein scheint, so wie die Sonne, die sich in vielen Wasserkrügen spiegelt. Zum Zeitpunkt des Todes löst sich der aus verschiedenen Elementen zusammengesetzte Körper auf, kehrt in das kosmische Reservoir der Substanzen zurück und verschmilzt schlussendlich zu einer Ursubstanz; die Seele kehrt zurück zu Gott:
ehe die silberne Schnur zerreißt, die goldene Schale bricht, der Krug an der Quelle zerschmettert wird, das Rad zerbrochen in die Grube fällt, der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, und der Atem zu Gott zurückkehrt, der ihn gegeben hat.
Pred 12, 6-7
Ein lebender Mensch ist nicht etwas, das unabhängig und getrennt ist von der Höchsten Kraft, die in ihm fließt. Er ist die Schöpfung der Höchsten Kraft, die auf der materiellen Ebene durch einen Körper aus geordneten Schwingungen wirkt und in ihm einen bewussten Zustand hervorbringt.
Der Mensch lebt, wenn die Höchste Kraft in und durch seinen Körper fließt und ihn durchströmt. Zieht sich jedoch diese Kraft in sich selbst zurück, ist er kein lebendiges Wesen mehr, denn alle Körperfunktionen hören auf. Und was bleibt? Nichts als eine Masse lebloser Materie, die in Gestalt und Zusammensetzung dieselbe ist wie zuvor, aber ohne den lebensspendenden Lebensimpuls, der eben noch in ihm pulsierte.
So wie der Mensch ist das gesamte Universum eine Manifestation des einen Lebensprinzips, des Prinzips des lebendigen Bewusstseins, das in verschiedenen Graden, direkt vom Logos (dem reinen Geist) bis hinunter zu den Atomen, aus denen die materiellen Elemente bestehen, wirkt. Durch die Höchste Kraft, die in ihnen und auf sie einwirkt, sind sie ständig in rhythmischer Bewegung und formen in rascher Folge viele Muster, die sich bilden und wieder umformen. Kurz gesagt, die Intelligenz des Universums lebt und wirkt für immer und ewig im Kern jedes Atoms, das nach ihrer Melodie tanzt, vergleichbar mit dem ewigen Tanz Shivas, der lebendigen Verkörperung von Shakti, der Mutter des Universums. In der spirituellen Schöpfungsgeschichte findet die Theorie der toten Materie überhaupt keinen Platz, denn die Materie als solche kann ohne die ihr innewohnende zusammenhaltende Kraft nicht aus sich selbst heraus existieren. Materie ist in der Tat Energie in erstarrter Form.