Sant Kirpal Singh
Seine Mission im Goldenen Zeitalter
Sonderausgabe
2. Auflage – Februar 1998


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Vorwort

Dieses Buch wurde zu Beginn des Goldenen Zeitalters geschrieben, in dem man auf allen vier Pfeilern stehen muß: Wahrheit, Buße, Mitgefühl und Dienst am Nächsten. Die Zufriedenheit ist im Goldenen Zeitalter der Wagen, die Wahrheit der Lenker.

Götter und Göttinnen, Avatare und die negative Kraft haben in diesem Zeitalter das Privileg, bei jedem Schüler des kompetenten Meisters die Schwächen aufzuzeigen und haben freie Hand, ihn ungehindert unter ihrer Kontrolle zu halten. Ich konnte von diesen Kräften nicht überwältigt werden, denn mein Meister segnete mich mit allen Möglichkeiten, die hier und danach notwendig sind, und Er hat mich mit den vier Geschenken meines Lebens beschenkt.

Ehre gebührt meinem Meister, der in all den ,14 Jahren, von 1974 bis 1988, viele Mühen und Härten auf sich nahm, während Er das weiche, goldene Tuch weben konnte und allen menschlichen Wesen half, sich der schmutzigen und zerlumpten Kleider zu entledigen, die sie seit so langer Zeit trugen.

25. Dezember 1990
St. Gilgen, Österreich

Harbhajan Singh

Sant Kirpal Singh

Einleitung

Die Wahrheit ist ewig, und alle Meister haben übereinstimmend die eine, uralte Wahrheit gelehrt, doch ihre Anweisungen unterschieden sich je nach den Umständen, die zu ihrer Zeit herrschten.
In unserer Zeit brachte Sant Kirpal Singh diese Lehre und gab sie mit der praktischen Erfahrung weiter an alle, die sich danach sehnten. Seine Mission kam vom Höchsten, und diese Kraft wirkte in Ihm.

Er kam mit einer besonderen Aufgabe. Vor allem in den letzten zwei Jahren Seines irdischen Aufenthalts hatte Er bemerkenswerte Hinweise darauf gegeben. Viele Menschen konnten die tiefe Bedeutung davon nicht verstehen, wenn Meister sagte: »Gebt acht, das Goldene Zeitalter naht.« Als Er Seinen Körper verließ, hieß es überall, Meister sei vierzehn Jahre früher gegangen. Niemand wußte jedoch, warum Er vierzehn Jahre früher gegangen war.
Immer wenn Er gefragt wurde: »Wer wird Euer Nachfolger?«, antwortete Er: »lhr seid alle meine Heiligen.« – »lch möchte mit Tausenden von Händen arbeiten.« – »lch werde euch niemals fallen lassen.«
Oft sagte Er, Er habe bisher noch keine Neuen initiiert. »lhr seid alle alte, alte Schüler.« Er sagte weiter: »Meine Kinder leben überall in der Welt verstreut. Es wird eine Zeit kommen, dann werden sie alle zusammentreffen und es wird eine große spirituelle Revolution geben.«

In diesem Buch wird das ganze Geheimnis enthüllt. Was 1974 erklärt wurde, haben nur wenige geglaubt, aber während dieser vierzehn Jahre haben sich diese Dinge alle bestätigt. Dieses Buch ist sowohl für Meisters alte Schüler lesenswert als auch für die neu dazukommenden. Warum – das geht aus dem Buch selbst hervor.

Der Herausgeber


Meisters Krankheit

Arbeit in Dehra Dun

Bei der Arbeit in Manav Kendra, Dehra Dun, betonte Meister gegenüber allen Brüdern und Schwestern, wie wichtig es ist, selbstlosen Dienst mit aller Hingabe und in liebevollem Denken an Meister zu tun. Heilige Orte, die so entstehen, weisen wie ein Leuchtturm den Weg, so daß die kommende Generation Meister nachfolgen kann. Wer die Arbeit mit guten Gedanken, guten Taten und guten Handlungen ausführt, läßt in Meisters Mission einen bleibenden Eindruck zurück.

Hunderte von Brüdern und Schwestern arbeiteten in Manav Kendra, und so wurde in kürzester Zeit sehr viel fertiggestellt. Meisters Absicht war es, einen gemeinsamen Platz zu schaffen, wo alle Menschen sich begegnen können. Dort gibt es einen Sarovar, eine Bibliothek zum vergleichenden Studium der Religionen, ein Krankenhaus für die, die krank und bedürftig sind, ein Altersheim für mittellose ältere Menschen, eine Schule, eine Gemeinschaftsküche, eine wunderschöne offene Tribüne für Satsang und einen großen Trinkwassertank; alle Einrichtungen sind untereinander mit Straßen verbunden.

Meister leidet unter ständigen Schmerzen

Seit einigen Jahren hatte Meister am ganzen Körper Schmerzen. Er nahm ab und zu homöopathische Medikamente, um die Schmerzen zu lindern, doch nach und nach wurden sie immer stärker. Meister litt auch an Husten und schweren Erkältungen, außerdem an einer leichten Vergrößerung der Prostata.

Meister erklärt die Ursache Seiner Schmerzen

Die Ärzte verordneten verschiedene Medikamente, doch Meisters Gesundheitszustand kam niemals in Ordnung. Meister bat mich, nach einem guten Mittel zu suchen, doch bevor ich es auswählte, fragte ich Meister: »Leidet Ihr an rheumatischen Schmerzen?« Er sagte: »Nein.« »Leidet Ihr an Muskelschmerzen oder habt Ihr Schmerzen an bestimmten Körperstellen?« Er sagte: »Nein.« »Fühlt Ihr Euch besser, wenn Ihr geschlafen habt?« »Nein. Nach dem Schlaf fühle ich mich noch unausgeruhter, und die Schmerzen sind sehr stark.« »Meister, ist es nicht so: Wenn der Meister sich zur Ruhe legt, materialisiert und manifestiert sich die Meisterkraft in tausend Formen und tut Ihre Arbeit im Innern wie im Äußern, eine Arbeit, die niemand sonst tun kann?« Daraufhin erklärte Meister, daß Er dorthin gehen muß, wo ein Schüler etwas Falsches tut, und daß Er die Folgen davon zu tragen hat.

(Anmerkung: 1963 wurde Meister in den USA gefragt: »Wird es einen Dritten Weltkrieg geben?« Meister antwortete: »Der Vater kann Seine Kinder nicht sterben sehen.«)

Daraufhin sagte ich: »Meister, Deine Schülerin, die meditiert, sieht, wie Ihr für alle Menschen arbeitet. Ihr geht überallhin in der Welt, um die schwarzen Wolken des Hasses und des Zorns aufzulösen. Diese Schülerin sah Euch sehr oft im Innern in einer Atmosphäre voller Rauch und Feuer.« Meister sagte: »Das ist richtig. Der Meister muß all das auf Seinen Schultern tragen.«

Er fuhr fort: »Du kennst also meine Krankheit und kannst mir ein Mittel heraussuchen.«

1971 mit Meister in Dehra Dun

Ich beriet mich mit einigen Ärzten und behandelte Meister mit einer 10-Spritzen-Kur, bei der ich Ihm jeden zweiten Tag eine Injektion gab. Ich erfüllte meine Pflichten in meinem Krankenhaus bis zwölf Uhr mittags, fuhr dann mit dem Zug von Amritsar nach Ambala und von Ambala nach Saharanpur. Dort nahm ich ein Taxi und kam nach neun bis zehn Stunden Fahrt bei Meister an, um Ihm die Spritze zu geben. So machte ich es regelmäßig bis zur neunten Injektion.

An diesem Tag waren viele Brüder und Schwestern aus dem Westen in Dehra Dun, und Meister war gerade bei einem Herz-zu-Herz Gespräch mit ihnen. Meister rief mich zu sich und sagte zu den Brüdern und Schwestern ganz liebevoll: »Schaut diesen verrückten Doktor an, er vertraut keinem anderen Arzt und reist fast tausend Kilometer, um mir eine Spritze zu geben! Nun brauchst du aber nicht mehr zu kommen, um mir diese eine Spritze zu geben.« Ich verneigte mich und sagte: »Gut, Meister, aus diesem Grund werde ich nicht mehr kommen.«

Doch am übernächsten Tag war ich wieder dort. Ich kam um halb zwölf in der Nacht an, da der Zug Verspätung hatte. Meister war noch dabei, Briefe zu beantworten. Er schaute mich an und sagte: »Bist du heute abend wieder hergekommen?« Ich antwortete: »Meister, aber nicht, um Euch die Spritze zu geben.« Meister fragte: »Wozu dann?« Ich antwortete: »Ich bin gekommen, um zu sehen, ob Ihr die Spritze bekommen habt oder nicht.« Meister schaute mir mit Aufmerksamkeit voller Güte in die Augen und sagte: »Über der vielen Arbeit habe ich es vergessen.« Ich gab Ihm die Spritze und verabschiedete mich, doch Meister sagte: »Heute nacht lasse ich dich nicht gehen!« Ich sagte: »Meister, morgen früh muß ich zu Hause sein, denn ich habe einen ernsten Fall im Krankenhaus.« Der Weg nach Saharanpur führt durch den Wald. Meister sagte zu dem Taxifahrer: »Er ist mein Kind, das ich sehr liebe. Bringen Sie ihn bis in das Zugabteil und kommen Sie dann wieder und berichten Sie mir, ob mit der Abfahrt alles gutgegangen ist. Ich zahle Ihnen das Geld für die Hin- und Rückfahrt.«

Baba Jaimal Singh spricht über Meisters Krankheit

Als ich in Amritsar war, erschien Baba Jaimal Singh meiner Frau Surinder Kaur im Innern und sagte: »Dein Meister ist sehr krank in Dehra Dun. Fahrt nach Delhi!« Gemeinsam mit meiner Frau und Ranbir Singh aus Chandigarh eilte ich nach Delhi und fand Meister in einem sehr kritischen Zustand vor. Meisters Unterleib war voller Wasser. Ich fragte: »Meister, wie fühlt Ihr Euch?« Meister schaute meine Frau an und fragte sie: »Wer ist zu dir gekommen, und was hat Er gesagt?« Sie sagte, daß ihr Baba Jaimal Singh und Baba Sawan Singh (im Innern) begegnet seien. Baba Jaimal Singh sagte: »Kirpal Singh nimmt homöopathische Medikamente, doch davon wird Er nicht gesund. Er braucht eine weitere Behandlung.« Meister fragte: »Hat Hazur Baba Sawan Singh etwas gesagt?« Sie sagte: »Nein, Er sprach nichts.« Meister sagte: »Ja, das ist richtig.«

Von Tai Ji erfuhr ich, daß Meister trotz vieler Bitten keine Medikamente nahm. Ich fragte nach dem Grund, und Tai Ji sagte, Meister bestehe darauf zu gehen. Er zog es vor zu gehen und wollte nicht länger bleiben, denn in Manav Kendra war etwas geschehen, das völlig im Gegensatz zur Lehre stand.

Meister beschließt zurückzugehen

Ich bat Meister, Medikamente einzunehmen, doch Meister wies meine Bitte ab mit den Worten: »Selbst wenn Gott es mir sagen würde, würde ich sie nicht nehmen.« Als ich diese Worte hörte, geriet ich in einen Zustand wie der eines schwerleidenden Patienten, der eine unheilbare Krankheit hat. Als Meister meine Verfassung sah, sagte Er: »Erst morgen früh nach acht Uhr werde ich etwas einnehmen, vorher nicht.« (Anmerkung: Meister hatte sich entschieden zurückzugehen. Die Entscheidung im Innern darüber stand jedoch noch aus bis acht Uhr.)

Medizinische Tests werden durchgeführt

Es wurden alle Tests vorgenommen, die bei dieser Krankheit üblich sind, und die Ärzte bestätigten, daß es sich um eine Vergrößerung der Prostata handelte. Als einmal ein Arzt versuchte, eine Injektion intravenös zu geben, konnte er die Vene nicht richtig finden. Da bat ich den Arzt: »Darf ich die Spritze geben? Ich kann die Vene gut sehen.« Meister sagte sofort zu dem Arzt: »Ja, lassen Sie ihn die Injektion machen, er ist auch Arzt.« Ich gab die Spritze und hatte die Nadel schon herausgezogen, als Meister fragte: »Wie lange dauert es, bis du mir die Spritze gibst?« Ich sagte: »Meister, es ist schon geschehen.« Meister hielt liebevoll meine Hand und sagte: »Wir werden zu Hause eine Augenklinik eröffnen, in der wir sowohl das äußere wie auch das innere Auge operieren werden.«

Entscheidung für die Operation

Am selben Tag sagte Meister, wir sollten alle am Abend zusammenkommen. Viele Verwandte, Meisters engste Familienangehörige und einige Schüler versammelten sich im Sawan Ashram, Delhi. Meister sagte: »Diese Krankheit ist ein Geschenk von euch an mich. Sie stammt nicht von mir. Entscheidet ihr jetzt, was ihr wollt.«

(Anmerkung: Der Meister trägt die Rückwirkungen der schlechten Taten des Schülers, die dieser nach der Initiation begeht; Meister trägt sie an Seinem eigenen Körper ab.)

Die Ärzte hatten gesagt, daß es zwei Methoden gäbe, diese Krankheit zu heilen: Die erste war, Medikamente direkt in die vergrößerte Prostata zu spritzen, was dazu führt, daß sich die vergrößerte Stelle auflöst. Obwohl dies die einfachste und schnellste Methode war, bestand doch die Gefahr einer Infektion, und die Erfolgsquote lag nach Aussage der Spezialisten nur bei 60 - 70 Prozent. Die zweite Methode war die Standardmethode, die Operation.

So sagten alle: »Meister, wir sind für die Operation, nicht für die andere Behandlungsmethode.« Meister antwortete: »Mein Meister litt auch an dieser Krankheit, doch er überlebte nicht. Nun, ihr könnt es versuchen!« (Anmerkung: Der Meister wird von Gott in die Welt geschickt. Er verläßt den menschlichen Körper aus freiem Willen.)

Meister sagte weiter: »Wer für die Operation ist, soll die Hand heben.« Außer mir hoben alle die Hand, denn sie waren für die Operation. Meister fragte mich: »Warum hebst du nicht deine Hand?« und fuhr fort: »Wer fragt schon danach, wenn er nicht mit der Operation einverstanden ist.« Tai Ji sagte: »Er ist doch auch vom Sangat!«, und so fragte Meister mich nach meiner Meinung.

Wir sind alle nicht mehr als Schuhmacher

Ich sagte: »Meister, ich habe eine Frage.« Meister sagte: »Ja, frag’!« Ich fragte: »Meister, wenn Ihr eine wichtige Arbeit zu machen habt, tut Ihr sie dann von Euch aus, oder holt Ihr Euch dafür den Rat oder das Einverständnis Eures Meisters?«

Meister sagte sehr liebevoll: »In jeder Angelegenheit gibt mir mein Meister Rat.« Dann bat ich: »Ihr müßt uns raten, und nicht wir Euch! Wie wir hier sitzen, sind wir alle nicht mehr als Schuster (die nur das Äußere, das Leder, sehen). Wir sehen Euch nur von der physischen Ebene aus.« Und dann sagte ich: »Meister, sagt uns Eure Meinung, und wir alle müssen uns an das halten, was Eurer Meinung entspricht.« Dann bat ich: »Wir möchten Eure volle Zusicherung, bevor Ihr Euch einer Operation unterzieht.« Meister schloß für einen Moment Seine Augen, dann öffnete Er sie und sagte: »Sei unbesorgt, ich werde wieder ganz in Ordnung kommen.«

Die Operation in Dr. Mahajans Krankenhaus

Meister wurde in dem Krankenhaus von Dr. Mahajan in Delhi aufgenommen. Das Wetter war sehr heiß. Die Ärzte leiteten die Behandlung ein, indem sie Medikamente gaben, damit sich die Blase entleeren sollte.

Besprechung des Ärzte-Teams

Nach der Aufnahme hielt der Chefarzt mit seinem Team eine Besprechung ab, in der der Fall genau durchgesprochen wurde. Während der Besprechung sagte einer der Mitarbeiter, da er Meisters Kompetenz nicht kannte: »Ein Heiliger, der auf Kosten anderer lebt, ist ins Krankenhaus gekommen; und er kann seine Blase nicht entleeren.«

Auf der Stelle rief Meister nach mir und sagte: »Kannst du auch all das tun, was sie vor der Operation machen müssen?« Ich sagte: »Meister, mit Eurer Gnade ist es möglich.« Sofort ging Meister aus Seinem Zimmer, und wir alle kamen gemeinsam mit Ihm in den Ashram zurück.

Ich begann die Behandlung. Innerhalb von drei Stunden war Meisters Blase ganz leer, und Er sagte, daß Er sich jetzt gut fühle und über die Operation später entscheiden wolle.

Im Krankenhaus

Nachdem Meister das Krankenhaus verlassen hatte, wurden viele Patienten mit der Behandlung dieses Arztes unzufrieden; einige verließen bereits das Krankenhaus und gingen in ein anderes. Am nächsten Tag kam der Arzt in den Ashram und entschuldigte sich. »Wir sind zu unwissend, um Euch zu verstehen«, sagte er. »Seit Ihr das Krankenhaus verlassen habt, herrscht bei uns eine ganz eigenartige Stimmung, und wir fühlen uns alle nicht wohl. Habt Mitleid mit uns und kommt zurück, um Euch behandeln zu lassen.« Meister nahm (die Entschuldigung) erfreut an und ging wieder in das Krankenhaus. Darüber hinaus ließ Er noch für das Wohlbefinden der Patienten eine große Luftkühlanlage hinbringen.

Am 29. Juni 1971, dem Tag der Operation, waren Tai Ji und viele Familienangehörige und Mitglieder des Managements anwesend. Tai Ji drängte: »Meister, wenn Ihr jetzt operiert werdet, müßt Ihr versprechen, wieder gesund zu werden, ansonsten werden wir überall erzählen, daß alles nicht wahr ist.« Meister sagte: »Sei nicht beunruhigt, es wird alles gut.«

Der Verlauf der Operation

Die Ärzte gaben Meister Spritzen, um Ihn bewußtlos zu machen, doch sie zeigten keine Wirkung. Meister fragte: »Warum fangen Sie nicht mit der Operation an?« Der Arzt sagte: »Das ist erst möglich, wenn die Wirkung des Narkosemittels eingetreten ist.« Meister sagte: »Wer bewußt ist, kann nicht bewußtlos gemacht werden.« Meister schloß Seine Augen und sagte: »Gut, tun Sie, was Sie zu tun haben«, (und zog sich vom Körper zurück).
Die Operation wurde erfolgreich durchgeführt.

Meisters Zustand verschlechtert sich nach der Operation

Als Meister wieder in Seinem Zimmer war, sank Sein Blutdruck so ab, daß der Arzt begann, Ihm viele Injektionen zu geben, doch es half nichts. Manchmal hatten sie das Gefühl, Meister würde bald den Körper verlassen. Tai Ji saß neben Meisters Bett und sagte: »Meister, warum prüft Ihr uns alle, wenn niemand Euren Test bestehen kann?« Tai Ji ließ mich rufen. Ich war im Zimmer nebenan und kam sofort herüber. Meister hob beide Hände hoch und sagte, daß Guru Gobind Singh Ihm gesagt habe: »Werde schnell gesund! Deine Kinder, die in Manav Kendra arbeiten, denken an Dich und warten auf Deine Rückkehr.«
(Anmerkung: Selbst während der Operation war Meisters Aufmerksamkeit bei Seinen Kindern, die in Manav Kendra selbstlosen Dienst taten.)

Meister hatte sich vom Körper zurückgezogen, und der Arzt meinte, es läge ein ernstes Problem vor.

Meisters erste Worte nach der Rückkehr in den Ashram

Meister sagte: »Wenn ihr denkt, ich sei krank, dann solltet ihr diesen Gedanken augenblicklich korrigieren. Ich bin nicht krank, nur der Körper mußte etwas ertragen, und das ist fast vorüber.« Meister sprach weiter: »Gerade als sie mit der Operation fertig waren, öffnete ich meine Augen.« Der verantwortliche Chirurg war höchst erstaunt, wie jemand, der unter so starker Narkose stand, (aus eigenem Willen) zu sich kommen konnte. Er sagte: »Auf dem Operationstisch sah ich Eure Größe. Von jetzt an komme ich zu Euch als ein Ergebener.«

Dr. Mahajan wird in den Ashram eingeladen

Dr. Mahajan und zwei Krankenschwestern, die Meister während Seiner Krankheit gepflegt hatten, wurden in den Ashram eingeladen. Tausende von Schülern hatten sich versammelt, um ihren Empfang zu sehen. Meister saß im Freien vor der Veranda zusammen mit Dr. Mahajan und hielt eine kurze, liebevolle Ansprache, in der Er dem Arzt für seine Hilfe dankte. Meister gab Dr. Mahajan und den beiden Krankenschwestern Geschenke.

Darshan Singh, Meisters ältester Sohn, ergriff Dr. Mahajans Hand, hielt sie hoch, schaute zum Sangat und dankte dem Arzt dafür, daß er unserem Meister das Leben gegeben hätte. Ich stand nahe bei Meister und wartete, was Meister darauf sagen würde. Augenblicklich sagte Meister: »Nicht der Arzt hat mir das Leben gerettet, sondern mein Hazur hat mir das Leben gegeben!«

Meister bekommt eine Infektion im Krankenhaus

Nach der Operation traten ernste Probleme mit dem Urin auf. Meister hatte sich eine Infektion im Krankenhaus zugezogen und war gegen alle Medikamente resistent. Die Ärzte verschrieben Medikamente, die es in Indien nicht gab, doch sie konnten über Nacht aus den USA eingeflogen werden. Nach einigen Tagen wurde Meister auch dagegen resistent. Die Ärzte schlugen ein anderes Medikament vor, das so schnell wie möglich aus London gebracht wurde. Aber nach einigen Tagen war Meister wieder resistent dagegen. Der Urin wurde regelmäßig untersucht, doch die Infektion blieb unverändert bestehen.

Meisters Ratschlag

Dieses Problem beunruhigte alle Schüler sehr, und jeder war niedergeschlagen. Seit Meister wieder im Ashram war, hatte Er begonnen, sich verschiedenen Leuten zu widmen, und war immer sehr müde. All das hatte eine schlechte Auswirkung auf Seine Gesundheit.

Meister sagte: »Medikamente sind für weltliche Menschen, es gibt keine Medikamente für mich. Das kann niemand verstehen.« Schließlich bat ich Meister: »Ich habe einen guten Freund, und ich möchte Euch um Euren geschätzten Rat bitten.« Meister willigte gern ein, mir eine Antwort zu geben. Ich sagte: »Er leidet an derselben Krankheit wie Ihr, doch er kann sich keine Medikamente leisten. Es wäre sehr gut, wenn Ihr ihm ein Heilmittel vorschlagen könntet.« Meister sagte: »Er soll am besten Tee mit Zitrone trinken auf nüchternen Magen, ungefähr eine Woche lang, und mein Meister wird ihn segnen.«

Sofort ging ich in die Küche und bereitete Tee mit Zitrone. Es war früh am Morgen und Meister hatte einen leeren Magen. Als ich den Tee zu Meister brachte, sagte ich: »Das war für Euch, ich habe für Euch gefragt. Wer könnte mir näher sein als Ihr?« Meisters Augen standen in Tränen, und Er trank den Tee. Das behielt Er regelmäßig vierzehn Tage lang bei und wurde wieder gesund.

Meister bittet uns im Innern, nach Hause zu fahren

Da wir schon lange bei Meister waren, wollte Meister uns nach Hause zu unserer Arbeit zurückschicken. Wir hatten unsere beiden Kinder im Alter von elf und dreizehn Jahren zu Hause gelassen. Mein Vater und andere Familienmitglieder, die im Nachbarhaus wohnten, forderten die Kinder auf, sie sollten doch von zu Hause weggehen und dahin gehen, wo wir waren, und sie machten häßliche Bemerkungen über uns. Mein Sohn bat seine Schwester: »Setz dich in Meditation und bitte Meister, unsere Eltern zurückzuschicken!« Meister erschien und sagte: »Morgen früh um acht Uhr werden eure Mutter und euer Vater mit euch Tee trinken!«

Aufgrund von Meisters innerer Anweisung machten wir uns reisefertig und gingen zu Meister, um uns zu verabschieden. Wir waren gern bereit zu fahren, da Meisters Gesundheitszustand wieder normal war. Als Meister uns sah, sagte Er: »Warum wollt ihr gehen? Ich werde euch nicht gehen lassen!« Ich antwortete: »Nein, wir müssen fahren.« Wieder sagte Meister zwei, drei Mal: »Ich werde euch nicht erlauben zu gehen.« Dann aber stimmte Meister zu und sagte: »Da du doch Gottes Arzt bist, kennst du vielleicht mein Herz. Untersuche lieber noch mein Herz, bevor du gehst.« Ich ging nahe zu Meister. Meister hob den rechten Arm und sagte: »Untersuche mein Herz.« »Meister«, sagte ich, »Euer Herz ist auf der anderen Seite!« »O, du weißt, wo mein Herz ist?«

Doch Meister hatte keine Probleme mit Seinem Herzen, es war eine Sache der Liebe und Zuneigung.

Während ich das Herz untersuchte, flüsterte Er mir ganz leise ins Ohr: »Die Kinder denken an euch. Ihr müßt nach Hause fahren.« Da wir schnell nach Amritsar zurückkehren mußten, ließ Meister Sein Auto und Seinen Fahrer kommen und bat Darshan Singh, uns zum Bahnhof zu begleiten. Unterwegs sagten meine Frau und ich zu ihm: »Heute hast du etwas gesagt, das im Gegensatz zur Lehre steht. Es liegt in der Hand der Meisterkraft, wann sie (in die Welt) kommt und (wieder) geht; aus Mitleid für Seine Kinder nimmt Meister sehr viel von ihrem Karma auf Seine eigenen Schultern.« Er erkannte seine Unwissenheit und sagte, daß er in Zukunft vorsichtiger und bewußter in solchen Dingen sein werde.

Meister leidet an den Nebenwirkungen eines Medikaments

Selbst nach der Genesung von Seiner Krankheit hatte Meister über längere Zeit Beschwerden in der Brust. Ein Arzt schlug ein Medikament zur Behandlung vor. Doch dieses Medikament löste eine schwere Reaktion aus, und Meister war nicht einmal in der Lage, sich im Bett zu bewegen. Der Arzt sagte, diese Auswirkungen würden sich nur sehr langsam verlieren, und es könne einige Wochen dauern, bis es vorbei sei.

Tai Ji schickt eine Nachricht

Tai Ji schickte mir die Nachricht: »Meister leidet unter schweren Nebenwirkungen eines Medikaments, komme bitte gleich!«
Zusammen mit Inderpal Singh kam ich früh am Morgen in Delhi an. Als ich Meisters Zustand sah, ging ich wieder zurück in mein Zimmer und fühlte mich sehr schlecht. Meister ließ mich rufen. Er fragte mich: »Warum bist du aufgeregt und so besorgt?« Ich sagte: »Meister, niemals haben wir Euch um irgend etwas gebeten. Was Ihr uns gebt, gebt Ihr uns, weil Ihr es so wünscht. Zumindest wünschen wir uns, daß Ihr immer gesund und wohlauf seid.« Meister sagte: »Was willst Du denn?« Ich sagte: »Meister, ich möchte wenigstens, daß Ihr sitzt und mit uns allen sprecht.« »O, das ist ganz einfach, kein Problem.« Meister bat mich: »Leg deine Hand unter meinen Hinterkopf und hebe meinen Kopf ganz langsam hoch!« Ich machte es so, und bald konnte Meister im Bett sitzen. »Nun, wolltest du das?« »Nein, Meister, Ihr solltet zumindest aufstehen.« Meister sagte: »Leg deinen Arm um meinen Rücken und hilf mir, langsam aufzustehen.« Ich tat es, und Meister sagte: »Wolltest du das?« »Nein, Meister, ich möchte, daß Ihr geht!« Meister legte mir den Arm um den Rücken und begann, ganz langsam zu gehen, und kam dann wieder zurück zum Bett. Meister fragte: »Hast Du jetzt alles, was du wolltest?« Ich sagte: »Nein, Ihr könntet noch ein kurzes Herz-zu-Herz Gespräch halten.« Und Meister tat es.
Ach, wie schön war es damals mit Ihm!


Dritte Weltreise

In Dehra Dun

Im Juni 1972 fragte Meister mich in Manav Kendra: »Kannst du mich auf meiner Reise in den Westen begleiten?« Ich stimmte voller Freude zu. Meister sagte: »Wieviel verdienst du jeden Monat?« Ich antwortete: »Meister, ich verdiene 2000 Rupies im Monat.« Meister sagte daraufhin: »Dann muß ich dir 12.000 Rupies zahlen, wenn ich dich für sechs Monate mitnehme.« Ich antwortete Meister, daß ich diese Summe in die Mission geben könne, denn es war nicht meine Absicht zu nehmen, sondern zu geben. Meister bat mich, Ihn auf Seiner Reise zu begleiten.

Nach einiger Zeit rief Tai Ji mich an, und ich ging (wieder zu Meister). Meister fragte mich nach allen meinen Angelegenheiten zu Hause und gab mir Ratschläge, wie ich sie auf diese oder jene Weise handhaben konnte. Schließlich sagte Er zu mir: »Sobald du zu Hause alles geregelt hast und frei bist, kann ich dich in der Mission einsetzen.«

Dritte Weltreise

Sant Kirpal Singh trat am 26. August 1972 Seine Reise in den Westen an. Am 25. August hatte sich eine große Menschenmenge im Ashram versammelt. Meister hielt Satsang und gab das Versprechen, so schnell wie möglich wiederzukommen. »Behaltet die Liebe zum Meister fest in eurem Herzen – Meister trägt die Liebe zu euch bereits fest in Seinem Herzen.« Er sagte: »Wen könnte Er mehr lieben als Seine Kinder?« Er erklärte, daß sehr viele Menschen sehnsüchtig auf Ihn warteten, da es neun Jahre her war, daß Er den Westen besucht hatte.

Am Palam Airport hielt Er einen kurzen, sehr schönen Satsang und ließ alle für einige Minuten (in Meditation) sitzen. Während dieser Meditation erhob eine starke Schwingung Seiner Liebe die Seelen aller über das Körperbewußtsein. Überwältigt von Seiner Liebe weinten viele, viele bitterlich, als Meister dann zum Abflug ging. Meister besuchte viele große Städte in Deutschland, der Schweiz, in Frankreich, England, USA, Kanada und Mexiko. Überall wurde Er von Tausenden Seiner geliebten Kinder herzlich willkommen geheißen.

Nach dieser Trennung von fast neun Jahren brachen viele in Tränen aus, als sie Ihn sahen. Es läßt sich nur schwer ausdrücken, wie liebevoll Seine Art war und wie Er das Herz von Tausenden Seiner Kinder mit Seiner Liebe erfüllte. Doch der tiefe Eindruck, den Er bei Seinen Kindern hinterließ, wird sie an die Größe ihres Meisters erinnern, so lange sie in der Welt sein werden. Er sagte: »Dieses Mal bin ich nur gekommen, um euer Vertrauen, eure Hingabe und Liebe zum Meister zu stärken.« – »Macht das Beste aus dieser goldenen Gelegenheit. Ich nähere mich meinem achtzigsten Lebensjahr. Gott weiß, ob ich ein nächstes Mal kommen werde oder nicht. Doch vertraut Ihm, Er wird euch niemals im Stich lassen.« – »Ich bin in erster Linie Mensch und kein Redner. Ich kann nur Herz-zu-Herz Gespräche führen, die aus dem Herzen kommen und zu Herzen gehen.«

2. Januar 1973, Meisters Rückkehr aus dem Westen

Aus ganz Indien kamen Tausende von Menschen in den Sawan Ashram in Delhi, um Meister willkommen zu heißen. Meister kam im Ashram an und ging direkt zum Bad. Einen Fuß in der Tür, fragte Er Tai Ji: »Wer ist gekommen?« (Obwohl Meister gesehen hatte, daß Tausende da waren, die Ihn begrüßten.) Tai Ji sagte: »Aus allen Zentren sind sie gekommen.« Meister fragte: »Wer ist aus dem Punjab da?« Tai Ji antwortete: »Sie sind aus allen Zentren im Punjab gekommen, auch die aus Amritsar, die Du sehen möchtest!«

Viele Schüler aus dem Punjab und aus anderen Zentren hatten sich vor der Veranda versammelt und hatten einen Stuhl für Meister hingestellt, damit Er kommen und sich hinsetzen sollte, bevor Er zur Tribüne ging, um Satsang zu halten. Und so machte Meister es auch. Er setzte sich auf den Stuhl, und wir alle begrüßten Ihn. Er fragte mich alles über das Zentrum in Amritsar. Ich berichtete von zwei Begebenheiten, die sich in Amritsar während Seiner physischen Abwesenheit zugetragen hatten. Meister fragte mich: »Wo ist deine Gefährtin?« Meine Frau kam zu Meister, und Er fragte sie: »Welche Erfahrung hattest du heute (in der Meditation)?« Sie sagte, daß an diesem Tag Kabir und Guru Gobind Singh erschienen waren und daß Guru Gobind Singh gesagt hatte: »Sant Kirpal Singh trifft Vorbereitungen zurückzugehen, obwohl Er fast 500.000 Wahrheitssucher zu initiieren hat. Doch (bis jetzt) hat Er nur 150.000 von den 500.000 initiiert.« Meister sagte: »Das ist richtig, doch dann könnt auch ihr nicht in warmen Betten schlafen.«

Programm im Punjab im Oktober 1973

Nach dem Geburtstag von Hazur Baba Sawan Singh kamen alle Gruppenleiter aus dem Punjab zu Meister und drängten Ihn zu einer Tour durch den Punjab. Ich sagte: »Meister, wir wollen nicht, daß Ihr eine Reise durch den Punjab macht; bei der heißen Jahreszeit läßt es Eure Gesundheit nicht zu, viel zu reisen. Die Menschen kommen aus dem Westen hierher, um Eure Heiligkeit zu sehen, warum können dann unsere Leute nicht aus dem Punjab bis nach Delhi fahren?« Einige Schüler waren der Ansicht, da Meister das personifizierte Wort ist, könne Ihm nichts geschehen.
Schließlich sagte Meister: »Ich kann noch einige Zeit länger bei euch bleiben, vorausgesetzt, ihr gebraucht mich auf die richtige Art.«
Der Sangat aus Chandigarh bestand darauf: »Da Chandigarh zentral gelegen ist, soll Meister nach Chandigarh kommen, und alle Brüder und Schwestern werden dorthin kommen.« Der Sangat aus Ludhiana sagte: »Ludhiana liegt zentral, nicht Chandigarh.« Dann sagte Meister: »Laßt euch von allen Zentren Unterschriften geben. Ich werde in dem Zentrum bleiben, das die meisten Unterschriften erhält.«
Ludhiana erhielt die meisten. Ram Singh aus Ludhiana kam nach Amritsar, um meine Unterschrift zu bekommen. Ich unterschrieb, doch ich schrieb noch darunter: »Meister, wir haben uns immer Eurem Wunsch zu beugen!«
Weil Amritsar an der Grenze lag, kam es immer als letztes an die Reihe. Doch als Ram Singh Meister die Liste mit den Unterschriften übergab, sagte Meister: »Jetzt muß ich überlegen, wie wir das Programm im Punjab machen werden.« Später sagte Meister: »Dieses Mal werde ich direkt nach Amritsar fahren und von dort aus weiter zu den anderen Zentren.« Meister besuchte Amritsar am 12. Oktober 1973 und blieb bis zum Morgen des 15. Oktober. Bei Seiner Ankunft am 12. Oktober fragte mich Meister, ob die Liste der Sevadars fertig sei. Ich sagte: »Nein, Meister, sie ist nicht fertig.« Meister fragte: »Warum nicht?« Ich sagte: »Meister, die Sevadars wechseln ständig. Sie kommen nicht, wenn sie benötigt werden.« Weiterhin fragte Meister: »Ist die Liste der Mitglieder des Managements fertig?« Ich antwortete: »Ja, Meister, sie ist fertig, aber nicht alle tragen auch wirklich Verantwortung. Eine Pflicht zu haben, ohne dafür Verantwortung zu tragen, ist nur ein Spiel. « Meister sagte: »Gut, wirst du diese Angelegenheit jetzt regeln oder später? Denk daran, das Zentrum in Amritsar wird in Zukunft das Hauptzentrum sein.« Danach ging Meister in Sein Zimmer, um sich auszuruhen.

Am 13. Oktober 1973 fuhr Meister an den Stadtrand von Amritsar City und besichtigte einige Grundstücke. Er sah sich ein Grundstück von der Größe von etwa 25 Feldern an (ca. 10 ha) und ein weiteres, das nahe am Stadtkern lag.
(Anmerkung: Er beabsichtigte, dieses Land für Seine Mission zu erwerben, und ein Schüler hatte bereits Verhandlungen geführt. Doch später wurde bekannt, daß es Streitigkeiten um das Land (vor Gericht) gab und daß unser Mann, den wir beauftragt hatten, dabei profitieren wollte. So sagte Meister: »Solches Land wollen wir nicht haben.« Heute ist dieser Ort ein Verbrennungsplatz.)

Während Seiner Krankheit hatte Meister gesagt: »Wir werden eine Augenklinik eröffnen, wo wir das äußere und das innere Auge operieren werden.« Am Morgen des 14. Oktober 1973 ging ich zu Meister und fragte, ob Er den Grundstein für das Krankenhaus in meinem Dorf, Nag Kalan, legen wolle. Meister sagte zu mir: »Doktor, ich komme in dein Haus unter fünf Bedingungen!« Ich fragte nach diesen Bedingungen. Meister sagte:

»Erstens: Das Krankenhaus, für das ich den Grundstein lege, gehört nicht dir, sondern mir.
Zweitens: Das Haus, das ich einweihen soll, gehört auch mir.
Drittens: Das Land, das du bewirtschaftest, gehört auch mir.
Viertens: Das Geld, das du hast oder das du haben wirst, gehört mir.
Fünftens: Deine Kinder gehören von jetzt an auch mir.«

Ich sagte: »Meister, bin ich dann ganz allein?« Lächelnd erwiderte Meister: »Du gehörst auch mir.« Ich sagte: »Meister, Ihr hattet mir bereits gesagt, daß ich frei werden soll, damit Ihr mich in der Mission verwenden könnt, also bin ich froh darüber.«
Meister kam nach Nag Kalan in Begleitung einer Gruppe von Brüdern und Schwestern aus dem Westen. Bevor Er den Grundstein legte, schaute Meister zuerst auf sich, dann auf die Erde, dann zum Himmel. Einige Brüder und Schwestern aus dem Westen fragten Meister danach, und Er antwortete: »Ich lege den Grundstein für das zukünftige Manav Kendra.«

Später fragte ich Meister, warum Er das getan hatte. Er sagte: »Zuerst schaute ich, ob ich fähig wäre, es aufzubauen. Zweitens, ob das Land den Grundstein tragen kann, und drittens holte ich mir die Erlaubnis von oben.«

Laying foundation stone of eye-clinic
Dieses Foto wurde aufgenommen, als Meister den Grundstein legte.
Es erschien im Englischen Sat Sandesh vom Januar 1974.

Danach kam Meister, um unser Haus einzuweihen. Meine Frau und ich hatten ein 100 m langes Tuch draußen auf der Straße zu unserem Haus ausgebreitet. Obwohl wir Wasser gespritzt hatten, war die Straße staubig. Meister blieb stehen und fragte: »Warum habt ihr das Tuch ausgelegt, kann ich nicht auf der Straße gehen?« Ich antwortete: »Meister, einige alte Schüler haben uns erzählt, daß sie es zur Zeit von Baba Sawan Singh so gemacht hätten, und wir dachten uns, ob wir es für unseren geliebten Meister nicht auch so machen sollten.« Glücklich setzte Meister einen Fuß auf das Tuch und fragte: »Bist du jetzt zufrieden?«

Im Haus hielt Meister Satsang. Es kamen so viele Leute, daß wir eine Mauer einreißen mußten, die unser Haus vom Nachbarhaus trennte. Während des Satsangs fragte Meister zweimal: »Habt ihr auch einen Raum für mich gemacht?« Meine Frau antwortete: »Meister, Euren Raum haben wir zuerst gebaut, und dann das Haus.«
(Anmerkung: Einige Zeit vorher war Meister auf der Rückfahrt von einer Reise nach Bombay, als Sein Auto in einen Unfall verwickelt wurde. Meister kam dann mit dem Taxi in den Ashram in Delhi. Am Abend desselben Tages erschien Meister an der Stelle, wo wir später den Raum für Ihn bauten. Wir waren äußerst erstaunt und konnten nicht erkennen, ob Meister sich manifestierte oder ob Er physisch gekommen war. Unser ganzes Haus war erfüllt von einem Duft wie von Rosen und Jasmin. Die Manschetten und der Kragen von Meisters Hemd waren schmutzig und Sein Turban hatte sich gelockert. Nach kurzer Zeit verschwand Meister wieder. Sofort setzten wir uns ins Auto und kamen früh am Morgen in Delhi an. Zu unserem großen Erstaunen trug Meister dieselbe Kleidung. Er hielt eine kleine Ansprache und sagte dann zu den Besuchern: »Ich bin müde, und ich habe mich noch nicht einmal umgezogen. Ihr könnt jetzt alle nach Hause gehen.«)
Nachdem der Satsang zu Ende war, ging Meister ins Meisterzimmer. Er gab die Anweisung: »Außer dir und deiner Frau soll niemand hereinkommen.« Doch mein Schwager, Inderpal Singh, war bereits im Zimmer.

Die Wände bekommen Risse

In dem Raum stand ein neues Bett, das wir für Meister hatten machen lassen. Als Meister auf dem Bett saß, begann es zu knarren. Als ich das Knarren hörte, befürchtete ich, daß der Tischler in der Eile das Bett nicht gut gemacht hätte. Meister schaute mich an und sagte: »Mach dir keine Sorgen! Als Baba Sawan Singh in mein Zimmer kam, wurde der Tonstrom so stark, daß die Wände meines Zimmers Risse bekamen.«

Dann sagte Meister zu mir: »Bis jetzt hast du nie um etwas gebeten. Heute kannst du um etwas bitten.« Ich sagte: »Meister, heute werde ich um etwas bitten.« Meister fragte: »Gut, sag mir, was wünschst du dir?« Ich antwortete: »Meister, Eure Mission muß in der ganzen Welt zum Blühen kommen!« Meister aß gerade Orangen und hielt ein Orangenstück an den Lippen. Er nahm es und steckte es mir in den Mund. »Bis jetzt«, sagte Er, »sind sehr viele Menschen wegen ihrer weltlichen Probleme zu mir gekommen, einige gesegnete kamen um der Meditation willen, aber das hat bis jetzt noch niemand gesagt. Es sei dir erfüllt, aber dann wirst du auf ein warmes Bett verzichten müssen.« Weiter sagte Meister: »Die Mission ist der Baum, und Meditation, Tugenden und alles andere sind die Zweige, Blüten und Früchte. Wenn man den Baum fällt, vertrocknet auch alles andere.«
Die Mission liegt Meister sehr am Herzen. Viele Male opferten Meister oder ihre wahren Schüler ihr Leben für die Wahrheit (Mission) in der Welt.

Am nächsten Tag, am 15. Oktober 1973, fuhr Meister nach Mahal Jandiala (berühmt durch seinen historischen Tempel). Dort hielt Er einen wunderschönen Satsang und fuhr dann weiter in das nächste Zentrum, nach Pathankot. Am nächsten Tag, nachdem Meister abgefahren war, gingen wir in Meisters Zimmer, um zu meditieren. Da sahen wir, daß sich unterhalb der Decke ein tiefer Riß an fast allen Wänden entlangzog. Viele Brüder und Schwestern, die oft zu uns nach Hause kamen, sagten: »Euer ganzes Haus ist so schön, doch warum sind in diesem Zimmer Risse?« Wir sagten ihnen dann einfach immer, es sei Wasser ins Fundament eingedrungen, und daher kämen die Risse.
Später einmal erzählten wir Meister davon, und Meister riet uns, das Dach zu erneuern, was wir nach längerer Zeit dann auch taten.

Meister gibt uns Parshad

Am 14. Oktober war Meister im Zentrum Amritsar. Mohan, Meisters Fahrer, den Meister sehr liebte, bereitete in Meisters Küche das Essen zu. Meister aß gerade in der Küche, als ich ahnungslos die Tür öffnete, weil ich Mohan suchte. Als Meister mich sah, forderte er mich auf hereinzukommen,und so trat ich ein. Meister stand auf und sagte: »Die Hälfte von meinem Essen ist noch übrig, iß es!« Ich antwortete: »Meister, ich habe die Tür geöffnet, ohne zu wissen, daß Ihr hier seid, und ich verspreche, daß ich es nicht wieder tun werde.« Doch Meister bestand darauf und sagte: »Ich gebe dir dieses Essen mit aller Liebe!« Mohan sagte mir: »Bis jetzt hat Meister noch nie jemandem Essen von Seinem eigenen Teller gegeben. Das ist ein großes Glück für dich, iß es!« Abends fragte Meister Mohan beim Essen, ob noch Teig übrig sei. Es war noch etwas da, und Mohan gab ihn Meister. Meister nahm ihn in die Hände, knetete ihn eine zeitlang, gab ihn Mohan zurück und sagte: »Mach ein Chapati aus dem ganzen Teig und gib es dem Doktor und seiner Frau. Gib acht, es ist nur für sie und für niemanden sonst.«

Meeting der Sevadars am 14. Oktober

Meister hielt ein Meeting mit den Sevadars ab, das bis Mitternacht dauerte. In diesem Meeting sagte Meister: »Doktor, die Zeit von Guru Gobind Singh kommt (wieder). Es wird innere Auseinandersetzungen und viele Probleme in Indien geben. Innere Auseinandersetzungen sind gefährlicher als Angriffe von außen. Wenn es einen Krieg gibt – wie viele Bataillone stellst du mir zur Verfügung?« – »Wenn Guru Gobind Singh fünf geliebte Schüler für die Arbeit genügten, warum braucht Ihr dann viele Bataillone?« fragte ich. Meister sagte: »Kommst du jetzt als einziger, dann arbeitet Er (Guru Gobind Singh) mit einem.«

Um Mitternacht, als Meister Parshad verteilte, fragte Er mich: »Von wo aus kämpfte Subash Chander Bose für die Unabhängigkeit von Indien?« Ich sagte: »Meister, ich weiß es nicht, Ihr wißt es besser.« (Anmerkung: Subash Chander Bose kämpfte von Deutschland aus für die Unabhängigkeit Indiens gegen die Briten.)

Meister gab mir Parshad, drückte meine Hand und machte mir ein Zeichen, mit Ihm in Sein Zimmer zu kommen, und ich folgte Ihm. Meister sagte, wir würden unsere Arbeit von Deutschland aus beginnen. Ich antwortete: »Meister, es gibt doch schon Zentren in Deutschland.« Daraufhin sagte Meister nichts, doch in Seinen Augen standen Tränen.

Meister gibt den Auftrag für das zukünftige Manav Kendra

Am 24. Oktober 1973, als Meister in Nawanshar war, wurde Er krank. Ich ging zu Meister und bat, einige Stunden fortgehen zu dürfen, denn ich mußte zu Meisters Farm, wo der Sangat vom Zentrum Amritsar bereits dabei war, die Reisernte einzubringen. Meister selbst hatte diese Farm dem Zentrum Amritsar gegeben, um die Gemeinschaftsküche zu versorgen.
(Anmerkung: Amritsar war das erste Zentrum in Indien, das Meister anwies, die altherkömmliche Tradition der Gemeinschaftsküche wieder aufzunehmen.)
Meister sagte zu mir: »Es ist genug Zeit, warte, ich werde auch mitkommen.« Dies war das erste Mal, daß Meister von sich aus sagte, daß Er die Farm besuchen möchte. Meister kam auf die Farm (wo jetzt Kirpal Sagar entsteht) und bat mich, etwas Wasser von der Pumpe zu bringen, die es dort gab, und ich brachte auch etwas Reis. Er aß ein Reiskorn und trank ein Glas Wasser von dort und sagte: »Wenn ihr das Land, das ich in Amritsar besichtigt habe, nicht bekommen könnt, dann ist dieses Land hier auch sehr gut. Hier in dieser Richtung braucht ihr mindestens 100 acre (ungefähr 40 ha) Land. (Er zeigte in die Richtung, wo jetzt Kirpal Sagar gebaut wird.) Ihr solltet auch Hülsenfrüchte anpflanzen, denn es wird eine Zeit kommen, in der ihr jeden Tag ungefähr acht quintals (800 kg) benötigt. Es wird in der Zukunft ein Pilgerort für die ganze Welt werden.« Dann sagte Meister: »Das Manav Kendra, das ich bauen wollte, wurde noch nicht gebaut. Es wird hier gebaut werden.«
Einige Zeit später, als Meister wieder in Delhi war, fragte ich Ihn nach der Bedeutung dieses Ortes, und Er sagte: »Die Zeit wird es zeigen.«

Diwali mit Meister in Ludhiana

Gewöhnlich feierten wir Diwali mit Meister zusammen. Kulwant Singh und Ranbir Singh aus Chandigarh, meine Frau und ich fuhren spät abends nach Ludhiana. Meister saß noch im Bett und hielt sich ein warmes Tuch auf die rechte Seite Seines Gesichts. Ich fragte warum, und Meister sagte mir, daß Er starke Zahnschmerzen hatte, und daß Er seit dem Morgen nichts essen könne, obwohl Er verschiedene Medikamente genommen hatte. Doch sie brachten Ihm nur für kurze Zeit Erleichterung. Ich sagte: »Meister, ich kenne ein gutes Rezept, es wird Euch innerhalb von Sekunden von den Schmerzen befreien.« Meister antwortete: »Das ist unmöglich, ich habe heute schon den ganzen Tag über so viele Medikamente eingenommen.« Wieder sagte ich: »Es hilft so sicher, wie zwei und zwei vier ist.« Da es schon elf Uhr abends war, sagte Meister: »Wie willst du die Zutaten dafür und diese Blätter bekommen, wenn die Läden schon geschlossen sind?« Ich schaute hoch und sah genau den Baum (von dem ich die Blätter brauchte) neben Meisters Zimmer. Ich bereitete die Medizin zu. Meister gurgelte zwei-, dreimal damit, und der Schmerz verschwand augenblicklich. Meister fragte mich: »Woher hast du dieses gute Rezept?« Ich antwortete Ihm, daß ich es von meinem Meister hätte. (Anmerkung: Als ich einmal starke Zahnschmerzen hatte, nannte mir Meister dieses Rezept im Innern, und so wurde ich von den Zahnschmerzen befreit.)


Unity of Man-Konferenz

Um die Unity of Man-Konferenz (Konferenz zur Einheit des Menschen) an Meisters Geburtstag zu organisieren, fanden drei Meetings statt, das letzte zu Weihnachten (am 25. Dezember 1973). Die Aufgaben wurden alle verteilt und alle Vorbereitungen getroffen. Die Unity of Man-Konferenz begann unter der Schirmherrschaft von Sant Kirpal Singh Ji Maharaj am 3. Februar 1974 und endete am 6. Februar 1974. Führende Persönlichkeiten der Gesellschaft, aus Religion und Politik aus ganz Indien und einige hundert Delegierte aus fast 30 Ländern der ganzen Welt, nahmen an der Konferenz teil.
Eine große Prozession marschierte von den Gandhi Grounds durch die Hauptstraßen und endete in den Ramlila Grounds, wo die Konferenz stattfand.
Sh. G. S. Pathak, der Vizepräsident von Indien, eröffnete offiziell die Konferenz. Smt. Indira Gandhi, die damalige Premierministerin von Indien, der Außenminister Shri Swarn Singh, der Verteidigungsminister Shri Jagjiwan Ram und Dr. Karan Singh nahmen an der Konferenz teil und neben vielen anderen Mitgliedern des Parlaments und führenden gesellschaftlichen Persönlichkeiten auch Shri Kaka Kalelkar und Raja Mohinder Partap Singh.
(Ein ausführlicher Bericht über die Unity of Man-Konferenz erschien in Heft 1/88)


Feierlichkeiten zum Todestag von Hazur Baba Sawan Singh

In Dehra Dun, 2. - 4. April 1974

Meister hatte geplant, die Feierlichkeiten zum Todestag Seines Meisters Baba Sawan Singh Ji Maharaj vom 2. bis 4. April in Manav Kendra zu begehen. Am 2. April kamen dort mehr als 20.000 Menschen zusammen. Trotz des schweren Regens rührte sich niemand im Sangat von der Stelle, sondern alle hörten weiter dem Satsang zu. Das Wasser begann durch das Zeltdach durchzusickern und konnte in den Pandal (den Platz unter dem Zeltdach) eindringen. Während Meister in der liebevollen Erinnerung an Seinen Meister Satsang hielt, weinte Er bitterlich wie ein Kind. Er sprach zum Sangat: »Wie lange werdet ihr aus diesem Mund den Satsang hören – die Sonne ist am Untergehen.« Viele Rishis und Munis und religiöse Führer verschiedener Religionen nahmen am Bhandara teil. Am Ende des Satsangs wies Meister alle an, einige Minuten in liebevoller Erinnerung an Meister zu sitzen und zu meditieren. Er sagte: »Jeder soll sich zur Meditation setzen, es gibt keinen Nicht-initiierten, denn wir sind jetzt an der Reihe, Gott zu begegnen.« Nach etwa zwanzig Minuten bat Meister alle, die Meditation zu beenden. Er fragte die verschiedenen Erfahrungen ab, die sie bei der Meditationssitzung erhalten konnten, wie: »Wer hat helles Licht im Innern gesehen? Wer hat den Mond, die Sonne oder die Sterne gesehen? Wer hat Meisters Form im Innern gesehen?« Nach dem Zählen zeigte sich, daß mehr als 5000 Menschen die innere Verbindung erhalten hatten. Einer der religiösen Führer, der auf der Rednertribüne saß, bat Meister, sprechen zu dürfen. Meister stimmte zu, und er sagte: »Meister, Eure Schüler können im Innern Dinge sehen, die wir bisher noch nie sehen konnten. Es beschämt uns, daß wir auf der Rednertribüne sitzen.« Meister sagte: »Ich habe euch Beispiele für einen lebenden Meister und für die Kompetenz des Meisters gezeigt.«

3. April 1974 um Mitternacht

Mehr als 40 Personen saßen in Dehra Dun im Meisterraum, die meisten kamen von Chandigarh, von Amritsar, von Delhi und einige von anderen Zentren. Es war Mitternacht. Ich sagte: »Meister, ich habe eine Frage.« Meister gab mir ein Zeichen, das bedeutete zu schweigen. Ich sagte: »Meister, wenn der Schüler nicht über die Kompetenz seines Meisters spricht, wer wird es dann tun?« Meister erlaubte mir zu sprechen. Ich sagte: »Meister, ich habe das Buch Gottmensch gelesen, das Ihr geschrieben habt. Darin habe ich gelesen, daß im Eisernen Zeitalter nur 14 Meister und 70 Bhagats kommen werden. Nachdem ich das gelesen hatte, wurde ich traurig und dachte, ‘dann ist mein Meister kein Meister’. Denn bis zu Baba Sawan Singh sind es insgesamt 14 Meister, die bereits hier waren.« Meister sagte: »Das habe ich nicht geschrieben.« Ich stimmte zu und sagte: »Meister, aber Bhai Bala hat es zur Zeit von Guru Nanak geschrieben, und Ihr habt es in Eurem Buch Gottmensch bestätigt.« Meister sagte: »Bring das Buch.« Devi Dass Patwari, der Kassierer vom Zentrum Amritsar, brachte das Buch. Als ich es aufschlug, sagte Meister: »Gut, sag’, wer diese Meister waren.« Ich antwortete: »Meister, Ihr habt in Srinagar Meditation gehalten, und dort habt Ihr über die 14 Meister gesprochen.« »Sprich weiter«, sagte Meister, und ich fuhr fort: »Nachdem ich damals in der Nacht das Buch gelesen hatte, wurde ich sehr traurig. Ich saß nicht in Meditation, doch Ihr habt mich über das Körperbewußtsein erhoben. Der Ton wurde sehr stark, und bald darauf sah ich eine leuchtende, strahlende Liste, die aussah wie Gold und die Namen aller 14 Meister enthielt.« Und ich bat Meister zu bestätigen, ob das eine positive Erfahrung gewesen sei. Meister fragte: »Wie hat die Liste ausgesehen?« Ich antwortete: »Sie leuchtete wie Gold, und als ich hinschaute, konnte ich meinen Blick nicht darauf gerichtet halten. Dann aber wurde der Tonstrom sehr laut, und ich war fähig, sie zu lesen.« Meister bestätigte: »Deine Erfahrung war positiv, sprich weiter.« Ich sagte: »Meister, ich sah, daß Kabirs Name nicht dort stand.« Ich wußte nicht, warum ich an Kabir dachte. Meister hob Seine Hand, und Er sprach: »

Was kann man über Ihn sagen – Er war der Schöpfer. Er kam in allen vier Zeitaltern:
Im Goldenen Zeitalter war Er Satsukrat.
Im Silbernen Zeitalter war Er Munindar.
Im Kupfernen Zeitalter war Er Karuname.
Im Eisernen Zeitalter war Er Kabir.

Er kam nicht durch den Mutterschoß zur Welt.« Ich sagte: »Von Guru Nanak bis Guru Gobind Singh sind es zehn Meister. Nachdem Guru Gobind Singh den Punjab verlassen hatte, initiierte er Ratnagar Rao, der wiederum Tulsi Sahib initiierte. Der elfte Meister war also Tulsi Sahib, der zwölfte war Swami Shiv Dayal Singh Ji und der dreizehnte war Baba Jaimal Singh Ji, der vierzehnte Baba Sawan Singh Ji – aber Euren Namen konnte ich nicht auf der Liste finden. Ich weinte bitterlich, doch dann sah ich Euren Namen gemeinsam mit dem Kabirs an der Spitze der Liste, und es sah aus, als wären Guru Nanak und Kabir eins.« Meister sagte, zu allen gewandt, darauf: »Gebt acht, das Goldene Zeitalter kommt. Jeder muß jetzt zurückgehen. Keiner wird geschont werden. Die der Anweisung des Meisters nicht gehorchen, werden einen sehr langen Weg gehen müssen, um ihre Reise zu beenden.«
Das war Meisters schwerwiegendste Aussage während der 26 Jahre Seines Wirkens. (Anmerkung: Meister hat in diesem Buch weiter geschrieben, daß später viele duftende Heilige folgen werden.)

4. April 1974

Um sieben Uhr früh sandte mir Meister eine Nachricht durch Hyat, Meisters Koch. Er sagte: »Meister denkt an dich.« Ich ging zu Meister, und Meister fragte mich: »Wie sieht dein Programm aus?« Ich sagte: »Meister, der Sangat von Amritsar ist mit einem gemieteten Bus gekommen, und wir müssen alle wieder nach Amritsar zurückfahren.« Meister antwortete: »Aber du kannst heute nicht fahren! Ich habe etwas sehr Wichtiges mit dir zu besprechen.« Niemals zuvor hatte Meister Worte von solcher Dringlichkeit zu mir gesprochen. Ich spürte dabei eine so besondere Schwingung, daß ich auf der Stelle zusagte. Von 7 Uhr früh bis 5 Uhr nachmittags blieb ich bei Meister, und Er versorgte mich den ganzen Tag über sogar mit Essen. Den ganzen Tag war ich so mit Meister zusammen und fühlte mich wie ein unwissender Analphabet neben dem Rektor einer Universität. Meister sagte mir vieles, das den Sat-sang, die Mission und den Satsang im Westen betraf. Als ich all das hörte, fühlte ich mich immer kleiner. Niemals hätte ich gedacht, daß ich je würdig wäre, solche Dinge zu hören.

Danach gab Meister mir ein Schriftstück mit den Initiationsanweisungen auf englisch und sagte: »Das wirst du brauchen.« Ich entgegnete: »Meister, warum brauche ich das, es ist doch Eure Arbeit!«, und ich begann zu weinen. Meister fragte: »Hast du irgendeinen Wunsch oder möchtest du etwas sagen?« Ich sagte: »Ja, Meister, seit der Initiation trage ich einen Wunsch in mir, einen Teil dieses Wunsches habt Ihr schon erfüllt.« »Was war dieser Teil?« fragte Meister. »Vor einigen Jahren in Rajpur habe ich Euch gebeten: ‘Ich mag meditieren oder nicht, aber meine Frau muß meditieren.’ Und Ihr, Eure Heiligkeit, habt geantwortet: ‘Das war auch mein Wunsch, der nie erfüllt wurde. Ich habe zu meinem Hazur gesagt, daß Er mich in der Mission einsetzen kann, daß aber meine Frau nicht mit mir zusammenarbeitet. Du bist der erste, der diese Bitte an mich hat und sie wird erfüllt werden.’«

»In Srinagar, nach der Meditation in Dehalgan im Jahr 1973, habt Ihr meine Frau nach ihrer (inneren) Erfahrung gefragt. Sie gab zur Antwort, daß sie 13 Stunden pro Tag meditierte, und sie war sehr glücklich. Aber Eure Heiligkeit sagte, daß Ihr damit nicht zufrieden wäret. So stimmte sie glücklich zu, mehr zu meditieren, denn es war nicht schwer für sie, noch mehr Zeit einzusetzen. Während Eurer Krankheit war sie sogar fähig, 22 Stunden pro Tag für die Meditation einzusetzen. Jetzt setzt sie immer mehr Zeit ein, und der Innere Meister sagt vieles, das, würde es ausgesprochen, für einen Schüler, der für Meister und die Lehre nicht empfänglich ist, nicht von Hilfe wäre. Ihr habt ihre Erfahrungen bestätigt und Ihr widmet uns immer viel Zeit, wenn wir bei Euch sind, während die anderen schlafen. Und nun ließt Ihr uns mit all Eurer Gnade erkennen, daß nur sehr wenige Menschen uns glauben würden, die anderen würden sich nicht dem Inneren Meister hingeben. Ihr habt uns die schreckliche Zeit zwischen dem Eisernen und dem Goldenen Zeitalter gezeigt, in der viele Brüder und Schwestern beginnen werden, von anderen abhängig zu sein und nicht dem Inneren Meister folgen werden. So möchte ich Eurer Heiligkeit zweierlei darlegen: Entweder Ihr erweckt alle Brüder und Schwestern und zeigt ihnen, was in Zukunft geschehen wird, oder Ihr helft uns, bis zum Schluß mit Euch zusammenzuarbeiten, bis Ihr uns allen sagt, daß wir mit Euch (nach Hause) zurückgehen sollen.« Meister stimmte dem letzten freudig zu und sagte: » Der Meister ist nicht der physische Körper. Er wird euch beide führen, und ihr führt dann alle.«

Meister schrieb mir einmal einen Brief: Du bist mit rechtem Verstehen gesegnet, sogar mit dem seltenen rechten Verstehen mit seiner ganz besonderen Bedeutung, das wird dir und all deinen Brüdern und Schwestern helfen.

Ich sagte: »Meister, das machen wir bereits, und wir sprechen mehr über Meisters Kompetenz als über andere Dinge.« Ich sagte auch, daß in dieser Zeit zwischen dem Eisernen Zeitalter und dem Goldenen kein Meister nötig sei, und daß die Kraft, die von Agam kommt, einen Test abhalten muß, um das neue Zeitalter in die Welt zu bringen, und daß sie sowohl innen als auch außen wirkt. »Und ohne Eure direkte Erlaubnis können wir nicht darüber sprechen«, fuhr ich fort »so wie damals, am I . Juni 1973 in Srinagar, als ich vieles über Eure Kompetenz sagen wollte. Es hätte sich bis heute über die ganze Welt verbreiten können, aber damals habt Ihr es mir nicht erlaubt.« Weinend sagte ich: »Wie können wir es übers Herz bringen, uns von Euch zu trennen – könnt Ihr uns sagen, wie das gehen soll?« Meisters Augen füllten sich mit Tränen, und Er sagte: »Du bist ein geborgter Sklave, du hast zu gehorchen. Sei still, wenn die Hitze aus dem Brennofen entweicht, kann man die Ziegel nicht zum Bauen verwenden.«

Wir beide (meine Frau und ich) fuhren zusammen mit Ranjir Singh aus Amritsar und einem von Meisters Schülern nach Amritsar zurück. Mein Herz und mein Kopf waren furchtbar schwer. Obwohl ich in Amritsar mit meiner Praxis und der Satsangarbeit sehr viel zu tun hatte, begannen meine Frau und ich, Meister jede Woche zu besuchen.

27. Mai 1968

Lieber Dr. Harbhajan Singh Ji,

ich habe Deinen lieben Brief, der ohne Datum war, erhalten und seinen Inhalt zur Kenntnis genommen.

Ich freue mich zu hören, daß beim örtlichen Satsang alles gut geht und die Teilnehmerzahl durch die Gnade des Satgurus ständig wächst.

Ich weiß Deinen liebevollen, selbstlosen Einsatz dafür zu schätzen. Deine heiligen Bemühungen, der heiligen Sache des Meisters zu dienen, sind gleichermaßen beachtenswert. Die Ernte ist reif, und bereitwillige Arbeiter werden dringend gebraucht. Du solltest versuchen, Dich spirituell zu entwickeln, dann hast Du bessere Möglichkeiten, Deinen Brüdern und Schwestern zu helfen, damit sie unter der schützenden Führung des Satgurus spirituell Nutzen ziehen. Der selbstlose Dienst ist ein Lohn in sich selbst.

Du brauchst Dich wegen Deiner persönlichen Schwächen nicht zu sorgen, sie können mit Hilfe der Selbstprüfung nach und nach beseitigt werden. Es macht nichts, wenn es Dir nicht gelungen ist, Dein Selbstprüfungstagebuch beizubehalten. Da Du mit dem rechten Verstehen mit seiner besonderen Bedeutung für die spirituelle Entwicklung gesegnet bist, kannst Du es von neuem versuchen. Mache einfach einen Anfang und bleibe fest dabei, und es wird Dir gelingen. Ein gut geregeltes und spirituell diszipliniertes Leben ist ein wertvolles Gut. Meine Liebe und mein Segen sind mit Dir.

Du bist zum monatlichen Satsang am 2. Juni willkommen, ich werde dann im Ashram sein.

Alles Weitere, wenn wir uns sehen.

Mit aller Liebe und den besten Wünschen,

Herzlich Dein

(Kirpal Singh)

 

»In eineinhalb Monaten werde ich gesund sein«

6. Juli 1974 – Mit Meister in der Rajpur Road

Entsprechend einer Anweisung von Baba Jaimal Singh im Innern fuhr ich am 6. Juli 1974 nach Dehra Dun, um am Morgen nach Meister zu sehen. Ich bat Meister: »Meister, Ihr sollt keine allopathische Medizin nehmen, denn Ihr leidet nicht an einer Bronchialallergie. Wenn Ihr diese Art von Medizin nehmt, werden die Lungen das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen und Euer Körper wird sehr heiß werden.« Meister antwortete: »Da du meine Medizin abgesetzt hast, werde ich in dein Haus kommen.« Diese Worte wiederholte Er dreimal. Da ich ihre Bedeutung nicht verstehen konnte, schwieg ich. Dann sagte ich: »Meister, Ihr solltet Euch mehr auf homöopathische und ayurvedische Medizin verlassen, nehmt diese Art von Medizin.« Meister rief nach Tai Ji und sagte: »Du sorgst dich immer um meine Gesundheit, ich garantiere dir, daß ich in eineinhalb Monaten gesund sein werde.« (Anmerkung: Vom 6. Juli bis zum 21. August sind es eineinhalb Monate.)

Danach verabschiedete ich mich, um nach Amritsar zurückzufahren, und neigte mich zu Meisters heiligen Füßen nieder. Er zog Seine Füße sofort zurück und legte gleich Seine Hand in die Nähe meines Herzens. Ich drückte Seine Hand an mein Herz und begann bitterlich zu weinen. Sofort erreichte eine Stimme mein Ohr, die mir sagte: »Die Zeit, sich zu Meisters Füßen zu neigen, ist jetzt vorbei. Jetzt brauchst du Seine Hand (Hilfe).« Ich begann noch bitterlicher zu weinen, ich konnte mich nicht mehr unter Kontrolle bringen, noch konnte ich einen Gedanken fassen. Meister sagte, ich solle den Kopf heben und in Seine Augen schauen, und ich tat es. Ich sah in Seiner Hand einen frischen Jasminzweig mit zwei Blättern und zwei Blüten. Er gab ihn mir und sagte: »Das ist für euch beide. Das ist der immerwährende Parshad, den Meister nur einmal in Seinem Leben gibt.«

27. Juli 1974 – Geburtstag von Hazur Baba Sawan Singh Ji Maharaj

Vom 26. bis 28. Juli 1974 veranstaltete Sant Kirpal Singh Ji das Rastrya Sant Samagam (eine nationale Versammlung der Heiligen). Swami Sarvagya Muni, Swami Govinda Parkash, Swami Ved Vyasa Nand Ji und Lama Kushak Bakula und einige Minister nahmen auch an der Versammlung teil. Da im Ashram nicht genug Platz war, wurde der Satsang außerhalb an einem anderen Ort gehalten. Es war sehr heiß, und Meister war nicht bei guter Gesundheit. Noch bevor der Satsang zu Ende war, kamen bereits viele Menschen in den Ashram und setzten sich, um beim Essen als erste an der Reihe zu sein. Im Ashram drängte sich die Menschenmenge bis zum Außentor, und Meister konnte nicht in den Ashram hinein. Fast 15 Minuten mußte Er in Seinem Wagen in der sengenden Hitze vor dem Ashram warten. Dann ging Meister zu Fuß. Kaum hatte Er den Ruheraum betreten, wies Er mich an, ihn von innen zu verriegeln. Ich schloß die Tür. Meister setzte sich, hielt mit beiden Händen Seinen Kopf, seufzte und sprach: »Es wäre besser gewesen, wenn ich heute gegangen wäre.« (Es war der Geburtstag Seines Meisters.) Ich fragte: »Meister, warum sagt Ihr das? Solche Dinge haben keinen Platz in unserem Herzen!« Meister antwortete: »Entweder das Management-Komitee bleibt oder ich.«

Es gab insgesamt 7 Mitglieder im Management-Komitee des Ruhani Satsang, Sawan Ashram Delhi. Meister wußte, daß alle Darshan Singh unterstützen und ihn als Nachfolger einsetzen würden. Eine ähnliche Erfahrung hatte Er zu Lebzeiten Seines Meisters Baba Sawan Singh Ji Maharaj gemacht. So benannte Er sechs weitere Personen für das Management und wies das Management an, die Namen bei der zuständigen Behörde eintragen zu lassen. Obwohl Meister oft daran erinnerte, legten sie die Liste nicht bei der Behörde vor. Deshalb verlor Meister Sein Vertrauen in das Management. Meister war nie daran interessiert, Sein Werk an Seine Familie weiterzugeben. Auf Bandaufnahmen von Satsangs und in den Monatsheften (Sat Sandesh) gibt es Meisters Aussage: »Kein Mitglied meiner Familie wird mein Nachfolger werden.«

Ich sagte: »Meister, Ihr seid sehr müde, laßt uns nach oben gehen und ich gebe Euch eine Massage.« Meister ging ganz langsam nach oben in Sein Zimmer. Dort begann ich Ihn zu massieren. Meister hielt meine Hand und sagte: »Doktor, fühle den Puls, wie lange wird es sich mit diesem Patienten noch hinziehen?« Wieder fragte ich Meister: »Meister, warum sagt Ihr immer wieder so etwas?« Meister antwortete langsam: »Ich habe es ausgesprochen.« Dann sagte Er gleich ganz liebevoll: »Der Meister verläßt Seine Kinder nicht. Sei sicher, diese Kraft wird dich nie verlassen.« Dann fragte mich Meister nach meinem Programm. Ich sagte, daß wir von Seiner Farm in Nawanshar gekommen waren, zusammen mit 30 Schülern aus Amritsar und Nawanshar, und daß sie alle wieder zurückfahren wollten, um dort zu arbeiten. Meister sagte: »Heute werde ich niemandem Parshad geben außer denen, die mit dir von der Farm gekommen sind.« Darshan Singh, der älteste von Meisters Söhnen, brachte den Parshad. Meister ließ ihn den Parshad hinstellen und wieder gehen. Diesmal richtete Meister Seine Aufmerksamkeit länger als eine Minute auf die Süßigkeiten im Korb und sagte, daß niemand sonst Parshad nehmen solle als die, die wieder zur Arbeit zurückfuhren.

Gewöhnlich holte ich mir immer den Parshad am Schluß. Meine Frau und ich erhielten so den Parshad, wenn alle anderen ihn schon hatten. Während Meister uns Parshad gab, schaute Er uns ständig in die Augen und gab uns viele Hände voll Parshad. Wir verabschiedeten uns, aber Meister sagte: »Doktor, ich habe eine besondere Aufgabe für dich, du mußt deshalb vor dem 20. August hier sein.« Meister war nicht bei guter Gesundheit, und was Er sagte, ließ mein Herz vor Angst und Furcht erbeben. Ich bat, bis zu diesem Zeitpunkt bleiben zu dürfen, aber Meister ließ sich auf meinen Vorschlag nicht ein.

Während wir die Treppe hinuntergingen, schaute ich zurück und sah, daß Meister uns nachschaute. Seine Augen waren voller Tränen. Das war das erste Mal, daß wir uns zutiefst beunruhigt fühlten, und der Gedanke an Trennung erschreckte uns. Ich dachte und dachte unaufhörlich, verstrickte mich in meine Gedanken und konnte zu keinem Schluß kommen, was all die Hinweise bedeuten sollten, die Meister während unseres Aufenthalts in Delhi gegeben hatte.

Am 17. August kam Bibi Lajo, eine ergebene Schülerin von Baba Sawan Singh, nach Amritsar und brachte uns eine Nachricht von Meister und eine von Tai Ji.
(Anmerkung: Bibi Lajo hatte Meister nach einer Medizin für die Frau eines Verwandten gefragt, da diese Frau keine Kinder bekommen konnte.)

Meister hatte ihr gesagt, sie solle dort zu dem Arzt (Bhaji) gehen, er würde ihr eine Medizin nennen, und Tai Ji hatte ihr gesagt: »Meister wird immer schwächer, bitte Harbhajan Singh, er soll bald kommen.« Am 18. August 1974 mußte ich um Mitternacht in mein Krankenhaus, um dem Arzt dort zu assistieren. Als ich wieder zurückkam und mich gerade auf mein Bett setzte, um wieder schlafen zu gehen, fühlte ich, wie mich jemand fest bei den Schultern packte. Ich wollte mich lösen, da sah ich Meister neben meinem Bett stehen. Meister sagte: »Es ist viel Zeit vergangen, seit wir uns gesehen haben. Schau dir mein Gesicht an, (es war blaß und gelblich) und komme schnell!« Da ich ganz wirr war vor Gedanken und keinen Ausweg fand, stürzte ich zum Meisterraum um zu meditieren. Bevor ich den Meisterraum betrat, fiel ein Stück Holz um, das in der Nähe der Tür stand, und verletzte meinen Fuß. Der Fuß blutete, und ich ging hinein. An diesem Tag erschien Meister sofort in meiner Meditation und sagte: »Jetzt habe ich dir eine Wunde gegeben. Du kannst dann vergleichen, ob der Schmerz dieser Wunde stärker ist oder der Schmerz des Herzens.« Ich war in einem Zustand wie ein kleines Kind, das verlorenging und weinend herumläuft, aber die Mutter nicht finden kann.

Der früheste Zug, der mich am 19. August 1974 zu meinem leidenden geliebten Meister bringen konnte, war der Zug um 12.30 Uhr, denn ich war völlig außer Fassung und nicht imstande, selbst mit dem Wagen zu fahren.

Meister weigert sich, Medizin zu nehmen

Meisters Gesundheitszustand war höchst beunruhigend. Alle baten Ihn, Medizin zu nehmen, aber Meister nahm sie nicht. Er sagte zu ihnen: »Dr. Harbhajan Singh hat mich angewiesen, keine allopathische Medizin zu nehmen. Er wird heute kommen, und sie müssen solange warten.« Doch die, die immer um Meister waren, bedrängten Ihn; sie brachten einen Spezialisten, der Ihm vier verschiedene Tabletten gab, die Meister alle auf einmal einnehmen sollte.
(Anmerkung: Es war genau diese Art Medikamente, von denen Baba Jaimal Singh gesagt hatte, daß Er sie nicht nehmen sollte.)

Meister weigerte sich, die Tabletten zu nehmen, aber alle sagten zu Meister: »Dieser Doktor Harbhajan Singh ist nur ein einfacher Arzt, und meistens verwendet Er Naturheilmittel. Wie sollte er mehr wissen?« Aber Meister sagte: »Nein, er ist Gottes Arzt.« Liebevoll bedrängten alle Beteiligten Meister so sehr, daß Meister alle vier Tabletten nahm.

Meisters Körper wird glühend heiß

Fünfzehn Minuten, nachdem Er die Medikamente genommen hatte, begann Meister am ganzen Körper zu glühen. Aber trotzdem wandte Er sich an niemanden um Hilfe. Als ich im Ashram ankam und nach Meister schaute, erfuhr ich, daß man Ihm diese allopathischen Tabletten gegeben hatte.

19. August 1974

Die ganze Nacht über blieb ich an Meisters Seite. Aber Meister hielt Seine Augen geschlossen. Obwohl die Ärzte Glukose verabreichten, glühte Meisters ganzer Körper wie Feuer.

20. August 1974, nach 15 Uhr

Man holte einen Arzt vom Willington Krankenhaus, der die Einweisung anordnete. Meister sagte: »Da ihr den Arzt geholt habt, muß ich jetzt gehen.« (Anmerkung: Die Meister widersetzen sich niemals den geltenden Regeln.)

20. August 1974, 15.30 Uhr

Mit Hilfe eines Sessels brachte man Meister zu Seinem Wagen hinunter, wo Er dann auf dem Vordersitz Platz nahm. Meister bat alle, die sich bereits im Ashram versammelt hatten, den Ashram zu verlassen und nach Hause zu gehen. Dann sagte Meister: »Ich gehe ins Krankenhaus. Außer denen, die bei mir im Wagen sind, soll niemand ins Krankenhaus kommen.«
(Anmerkung: Die Personen im Wagen waren Tai Ji, Meisters Fahrer und ich.)

Meister im Willington Krankenhaus

Es war sehr heiß, aber plötzlich begann es zu regnen, und innerhalb einer halben Stunde wurde die Atmosphäre besser. Wir nahmen das als gutes Zeichen. Sofort leitete der Arzt die Behandlung mit einer Glukose-lnfusion ein. Ich saß neben dem Bett, aber Meister hielt Seine Augen geschlossen und schaute niemanden an. Das Eintreffen der Medizin, die der Arzt verschrieben hatte, verzögerte sich, und so fragte ich den Arzt, ob man mir erlaube, sie selbst zu holen. Sofort öffnete Meister Seine Augen und bedeutete mir mit den Augen, nicht zu gehen. Ich fühlte mich sehr glücklich, weil ich dachte, Meister ginge es jetzt viel besser. Wieder schloß Meister Seine Augen. Manchmal versuchte Meister etwas benommen, die Infusionsnadel herauszuziehen. Jedesmal sagte ich: »Meister, sie ist dazu da, Glukose zuzuführen.« Und Meister sagte jedesmal: »Gut, keine Angst.«

Während ich dasaß, betete ich ständig zu Meister, doch ich konnte keinen klaren Gedanken fassen. Meisters Zustand besserte sich ein wenig, und manchmal erschien es mir, als würde Meister schlafen. So ging es die ganze Nacht über.

21. August 1974

Am Morgen öffnete Meister Seine Augen. Sofort bot ich Ihm Wasser an. Meister aber sagte: »Jetzt ist Zeit für Tee.« Zu diesem Zeitpunkt waren außer mir noch Tai Ji, Harcharan Singh, Puspa Balwant Singh und Meisters Fahrer anwesend. Wir waren alle sehr froh, da wir dachten, Meister ging es jetzt gut. Wir brachten Tee für Meister, aber Meister wollte ihn nicht trinken und sagte: »Eßt ihr zuerst, dann werde ich Tee trinken.« Wir folgten alle glücklich Seiner Anordnung und aßen. Als wir gegessen hatten, wurde der Tee für Meister gebracht, aber wieder weigerte Er sich, ihn zu trinken. Wir waren sofort beunruhigt, und Meister schloß Seine Augen. Niemand von uns wagte es, Ihn noch einmal aufzufordern, den Tee zu trinken. Die Ärzte sagten, daß es nicht notwendig sei, Tee zu trinken, da Meister alles Notwendige durch die Infusion erhielte.

Nur eine Besucherin wird vorgelassen

Am 21. August 1974, etwa um 11 Uhr vormittags, besuchte die Abgeordnete, Frau Chander Sheikhar, Meister im Krankenhaus. Als Meister sie bemerkte, öffnete Er sofort Seine Augen und setzte sich im Bett auf, obwohl die Infusion immer noch nicht abgehängt war. Meister begrüßte sie liebevoll, und nach zwei Minuten ging sie wieder. Außer ihr war es keinem Initiierten, noch irgendeinem Familienmitglied, noch anderen Personen erlaubt, Meister zu sehen. Alle gehorchten Meisters Anweisung. Nach 14 Uhr sagten die Ärzte, Meisters Gesundheitszustand habe sich verschlechtert. Aber Seiner äußeren Erscheinung war davon nichts anzusehen.

Mein Gebet zu Meister

Ich war sehr beunruhigt und betete zu Meister: »In Zukunft werden wir alles so machen, wie Du es wünschst. Habe Mitleid mit uns, werde gesund.« Sofort sah ich, daß es ein wahres Gebet war. Meister öffnete die Augen und sagte: »Ja, in Ordnung.« Bald darauf kam Tai Ji, und als sie Meister sah, weinte sie und fragte Meister: »Wer wird nach Euch für uns verantwortlich sein?« Meister zeigte mit dem Finger nach oben und sagte: »Er hat bisher die Arbeit getan, und Er wird es auch in Zukunft tun. Du brauchst dich nicht zu sorgen. Alles ist in Seiner Hand.«

Meine Hoffnungen waren am Boden zerstört, und ich begann wieder und wieder zu beten. Schließlich setzte ich mich an einer Ecke des Zimmers zur Meditation. Ich hörte Seine Stimme in meinem Ohr: »Mach dir keine Sorgen, Er wird dich nicht verlassen.« Ich stand auf und ging wieder zu Meisters Bett. Während ich dort stand, nahm ich auf einmal wahr, daß Meister mich anschaute, mit einem Auge, groß und rot wie die aufgehende Sonne, und innerhalb von Sekunden neigte ich mich vor Meister. Aber im selben Augenblick erkannte ich, daß darin die Hilfe für den gekauften Sklaven lag, denn ich hatte oft gedacht, wenn Meister uns verließe, würde ich meinen Halt in der Welt verlieren, denn niemals würden meine Augen den Blick eines anderen empfangen.
(Anmerkung: Wenn die Augen des Meisters und die Augen des Schülers sich begegnen, werden sie eins, und die Augen des Schülers werden von Meisters Blick erfüllt. Dabei nimmt der Schüler eine ganz besondere Schwingung auf.)

21. August 1974, nach 17 Uhr

Meisters Gesundheitszustand verschlechterte sich immer mehr. Die Ärzte versammelten sich und begannen Medikamente zu geben, bis es 18.25 Uhr war.

Ich spürte eine andere Schwingung, die mein schmerzendes Herz berührte; ich sah den ganzen Raum wie in goldenem Licht erstrahlen und fühlte, daß hohe Kräfte anwesend waren, die Meister willkommen hießen.

Um 18.35 Uhr schloß Meister Seine Augen, dann schloß Er Seinen Mund ganz fest, ich konnte es genau sehen, und im selben Augenblick verließ Meister den physischen Körper.


Nach dem 21. August 1974

Meisters Körper im Ashram

Gleich danach wurde Meisters Körper in den Ashram gebracht und auf einen Holztisch in der Veranda gelegt. Viele, besonders die, die immer um Ihn gewesen waren, fragten mich einer nach dem anderen, was Meister über Seine weitere Mission gesagt hätte. Als ich das hörte, war ich sehr überrascht und dachte: »Wie können sie mir in diesem Augenblick solche Fragen stellen?« Ich glaubte nicht, daß Meister uns verlassen hatte. Ich dachte: »Es ist unser Test. Meister wird in den Körper zurückkommen. Warum haben sie Meister nicht in Sein Zimmer gebracht?« Das waren die Gedanken, die mich bewegten. Langsam wurde ich wie versteinert, und ich sah, daß die Meisterkraft mir half, bei Sinnen zu bleiben. Auf einmal wurde mir klar: »Wenn Meister nicht zurückkommt, wie kann ich der Welt noch mein Gesicht zeigen?«

Diese Leute fragten mich immer weiter, ich jedoch fühlte, wie sich das Leben aus mir zurückzog, und ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Sofort setzte ich mich und verbarg mich unter dem Tisch, auf dem Meisters Körper lag.

Die Verbrennung im Garten in der Pambari-Road am 22. August 1974

Tausende von Menschen aus allen Zentren in Indien versammelten sich. Es wurden Vorbereitungen getroffen, Meisters Körper auf dem Grundstück einzuäschern, das Meister an der Pambari-Road bereits erworben hatte. Das wurde Meisters Wunsch entsprechend so entschieden. (Anmerkung: Dieses Land war gekauft worden, um dort Satsang zu halten, und der zuständige Wächter war mit einem Mann in einen Streit verwickelt. Meister schickte eines der Mitglieder des Management-Komitees, um die Angelegenheit zu klären. Doch besorgt um sein eigenes Ansehen, entschied er nichts, sondern sagte: »Es ist besser, du gehst zu Meister.« So trug der Wächter die Beschwerde Meister vor. Meister sagte: »Diesem Herrn bedeutet sein eigenes Ansehen und seine eigene Ehre mehr als sein Meister.« Meister tröstete den Wächter und sagte: »Gut, ich werde zu dir kommen und für immer bei dir bleiben.«) Es war später Abend, als Meisters Körper in den Flammen brannte. Vom Tonband war Meisters Stimme zu hören. Müde und niedergeschlagen schlief der Sangat rund um den Verbrennungsplatz an der Pambari-Road. In dieser Nacht erschien Meister drei, vier Brüdern und Schwestern, faßte sie am Arm und sagte: »Ich bin nicht tot, ihr seid tot.«

Die Zeremonie am vierten Tag

Der Tradition entsprechend werden am vierten Tag die sterblichen Überreste aufgenommen. Das Datum für die Bhog-Zeremonie wurde in einer großen Versammlung bekanntgegeben. (Anmerkung: Die Bhog-Zeremonie ist die Abschlußfeierlichkeit, bei der Gebete gesprochen werden.)

26. August 1974 – Darshan Singh wird zum Nachfolger erklärt

Während der Sangat nach Hause zurückfuhr, entschied das Management-Komitee über die weiteren Schritte. Das Management-Komitee nahm alle Verantwortung auf seine eigenen Schultern und traf sofort übereilte Beschlüsse, wobei man sich nicht darum kümmerte, welche Folgen das für Meisters heilige Mission hatte.

Das Management-Komitee entschied, Darshan Singh als spirituellen Nachfolger einzusetzen und Tai Ji als Vorsitzende der Gesellschaft. Am 26. August 1974 erschien in der Zeitung die Nachricht:

»Sant Darshan Singh ist als spiritueller Nachfolger von Sant Kirpal Singh Ji Maharaj eingesetzt worden. Sant Kirpal Singh hatte ein Testament zugunsten Seines Sohnes verfaßt.«

Verärgerung und Unruhe im Sangat

Als diese Nachricht bekannt wurde, reagierte der Großteil des Sangats verärgert und alle versammelten sich im Zentrum. Im Sawan Ashram in Delhi protestierte der Sangat laut rufend gegen den offensichtlichen Trick des Managements.

Treffen mit verschiedenen Repräsentanten

Ich selbst, Ranbir Singh, Chet Singh von Chandigarh und die meisten Mitglieder des Managements vom Sawan Ashram in Delhi kamen zu einem Meeting zusammen, das im Haus von Gyani Bhagwan Singh stattfand.

Man ersuchte Darshan Singh, zu dem Meeting zu kommen. Wir forderten Darshan Singh auf, ehrlich zu sagen, ob Meister ihn wirklich zum spirituellen Nachfolger ernannt hätte. Er verneinte rundweg und sagte dazu, daß Meister ihm die Kraft nicht übertragen hätte, daß aber seine Verwandten, Familienmitglieder und Freunde ihn drängten, als Meister zu arbeiten, was er jedoch niemals tun würde.

Von allen dort Anwesenden wurde bestätigt, daß zwar weltlicher Besitz durch ein Testament übertragen werden kann, daß aber die Spiritualität immer durch die Augen übertragen wird. Das war auch der Anlaß, als daß Meister damals Beas verließ. Meister hat in vielen Büchern ganz klar zu diesem Punkt Stellung genommen.

19. August 1974 – eine fadenscheinige Geschichte

Entsprechend Meisters Anweisung vom 27. Juli war ich am 19. August 1974 bei Meister. Diese Anweisung war den meisten Schülern aus Amritsar bekannt. Ich erreichte Delhi am Abend und blieb die ganze Nacht über an Meisters Bett. Darshan Singh selbst war krank, und während der ganzen Nacht ließ Meister ihn weder zu sich kommen, noch kam er von sich aus.

Noch etwas beweist ganz offensichtlich die Falschheit der Behauptungen: Meister sagt, der Meister kann die Spiritualität unter Tausenden übertragen, und doch kann es niemand sehen. Als jedoch nach sechs Monaten Darshan Singh und seine Anhänger durch ihre Unwissenheit einen schweren Rückschlag erlitten hatten, dachten sie sich einen neuen Plan aus, um die unschuldigen Kinder mißzuleiten. Sie behaupteten, Meister habe am 19. August 1974 um Mitternacht Darshan Singh die Spiritualität durch die Augen übertragen und Dr. Metha habe diesen Vorgang selbst beobachtet. Sie dachten also, diese Art der Übertragung der Spiritualität brauche immer noch einen Zeugen.
(Anmerkung: Als Meister einmal mit alten Schülern von Baba Sawan Singh in Amritsar zusammen war, sagte Meister, wenn jemand Ihm sagen könne, wie die Spiritualität von einem Pol auf den anderen übertragen wird, würde Er für denjenigen beide Welten opfern.)

Die Zeremonie des Turbanbindens am 30. August 1974

In Indien ist es Tradition, daß der älteste Sohn, wenn der Vater stirbt, sich den Turban anstelle des Vaters bindet. Das bedeutet, daß der älteste Sohn jetzt die Verantwortung des Vaters übernommen hat. Trotz der Entscheidung planten alle Verwandten, Freunde und Familienmitglieder, bei der Bhog-Zeremonie am 30. August 1974 im Sawan Ashram Darshan Singh den Turban zu binden.

Gemeinsame Sache mit den Beas-Leuten. 3)

Für die Zeremonie des Turbanbindens machten sie hinter verschlossenen Türen gemeinsame Sache mit den Beas-Leuten. Dieser Plan kam ans Licht, und wieder reagierte der Sangat verärgert. Die sich bei der Zeremonie versammelt hatten, ließen es nicht zu und sagten, da Darshan Singh Meisters physischer Sohn sei, könne er die Zeremonie in seinem Haus durchführen.

Meisters Asche wird dem Fluß übergeben

Die Beas-Leute machten gemeinsame Sache mit Meisters Verwandten und Familienmitgliedern, und sie beschlossen einstimmig, Meisters Asche (»Blumen«) in die Dera nach Beas zu bringen. Da Beas in der Nähe von Amritsar liegt, fuhren wir bis zur Brücke, die über den Fluß Beas führt. Inzwischen trafen viele Menschen mit dem Auto ein und brachten Meisters Asche von Delhi mit. Ich sprach mit Tai Ji, und sie teilte mir mit, daß es so beschlossen worden sei. Ich fragte sie: »Tai Ji, ist das richtig so?« »Soviel ich weiß, ist es nicht in Ordnung«, sagte sie. Ich fragte nach dem Grund, und Tai Ji antwortete: »Wenn wir Meisters Asche nach Beas bringen, wird die gesamte Mission unseres Meisters zunichte gemacht. Sie (die Beas-Leute) würden sagen, ohne Beas hätte es für Sant Kirpal Singh keine Erlösung gegeben.«
(Anmerkung: Meister selbst sagte: »Seit die Nachtigall den Garten verließ, sorgt sie sich nicht, ob er blüht oder verdorrt.« Meister ließ ihnen alles zurück, doch Seinen Meister nahm Er mit sich.)

Und sie beschlossen, daß Meisters Asche (»Blumen«) nicht nach Beas in die Dera gebracht, sondern dem Fluß Beas übergeben werden sollte. Die Zeremonie wurde dort am Fluß abgehalten.
(Anmerkung: Ein Teil der Asche wurde später in verschiedene Länder geflogen zur feierlichen Übergabe an verschiedene Flüsse.)


Spaltungen im Sangat

Darshan Singh versucht, den Ashram zu besetzen

Darshan Singh, Meisters ältester Sohn, versuchte den Ashram zu besetzen, obwohl er dem Sangat versprochen hatte, daß der Ashram allen Schülern für die Erinnerung an ihren Meister frei zugänglich bleiben sollte. Da Meister Seine Kinder mit rechtem Verstehen gesegnet hatte, mißlang es Darshan Singh, seine ‘testamentarisch verfügte Nachfolge’ zu beweisen. Trotz seines Versprechens waren er und seine Anhänger entschlossen, den Ashram in seinen Besitz zu bringen.

Spaltung im Management

Als Darshan Singh sich zum Nachfolger erklärte, unterstützten ihn alle seine Verwandten und viele Menschen deshalb, weil er Meisters Sohn war. Darshan Singhs Anhänger schmiedeten Pläne, wie sie alle Zentren in Indien und im Ausland unter ihre Kontrolle bekommen könnten. Durch seine Ernennung zum Nachfolger bewirkte Darshan Singh eine ernste Spaltung unter den Mitgliedern des Managements. Die Schüler aus dem Management, die Meister treu ergeben waren, fragten, wie Darshan Singh sich zum spirituellen Nachfolger hatte erklären können, nachdem er doch selbst verneint hatte, daß die Spiritualität von Meister auf ihn übertragen worden sei.

Prozesse werden geführt

Die Gruppe um Darshan Singh strengte gegen die Bewohner des Sawan Ashrams (die Gruppe um Tai Ji) einen Prozeß bei der Behörde in Delhi an, die für die Eintragung von Körperschaften zuständig war. Sie führten auch Prozesse, um das Zentrum in Amritsar, das Zentrum in Pathankot und die Farm in Nawanshar in ihren Besitz zu bekommen. Sie eigneten sich das Zentrum in Pathankot an, was ihnen mit dem Zentrum in Amritsar und der Farm in Nawanshar nicht gelang.

Rowdies im Zentrum Amritsar

Sie kamen mit vielen Schülern und einigen Rowdies nach Amritsar und drangen mit Bussen gewaltsam auf das Gelände des Ashrams ein. Dort entfernten sie einige Bilder des großen Meisters, brachten Bilder von Darshan Singh an und begannen Tonbänder von Darshan Singh abzuspielen. Auch hängten sie außerhalb vom Eingang viele Plakate auf, die die Nachfolgeschaft von Darshan Singh verkündeten.

Meister kommt zu Hilfe

Die Meisterkraft half dem Sangat, als dieser es nicht mehr ertragen konnte, wie diese Leute gegen die Lehre handelten. Überdies begannen jene, die unschuldigen Meisterschüler zu verprügeln. Die Polizei griff ein und erkannte sie für schuldig. Da sie zu Hunderten waren, gelang es einigen, die Angst vor den Folgen hatten, davonzulaufen. Andere verließ der Mut, und sie baten um Vergebung und ersuchten mich, den Sangat wieder unter Kontrolle zu bekommen und mitzuhelfen, eine Lösung zu finden. Nach einiger Zeit fuhren sie zurück und ließen alle Plakate, Tonbänder usw. zurück, die sie mitgebracht hatten.

Der Ashram wird geschlossen

Ohne unser Wissen hatten sie bereits einen Prozeß gegen uns angestrengt. Sie erhielten vom Gerichtshof den Bescheid, den Ashram zu schließen. Der Mann, der kam, um den Ashram zu schließen, sagte: »Ich bin ein Untergebener und ich habe dem Gesetz entsprechend zu handeln, aber solche heiligen Stätten sollten niemals geschlossen werden.«

Eine Inspektion wird durchgeführt

Wir erreichten, daß die Regierung eine Inspektion durchführte. Nach der Inspektion erklärte der Beamte die Gruppe von Darshan Singh für schuldig, und der Ashram wurde wieder für die geliebten Kinder des Meisters geöffnet.
(Anmerkung: Die Anhänger von Darshan Singh kamen zu mir und boten mir beliebig viel Geld, wenn ich erklären würde, daß Darshan Singh der spirituelle Nachfolger wäre, und wenn ich den Ashram ihnen übergeben würde. Ich fragte sie: »Von wo wollt ihr so viel Geld hernehmen, um alle Zentren in Indien kontrollieren zu können?« Sie zogen mich ins Vertrauen und gestanden, daß sie beschlossen hätten, einige Zentren zu verkaufen. Ich sagte zu ihnen: »Eher könnt ihr Geld von mir haben, aber ihr müßt diesen gemeinen Plan fallen lassen, das spirituelle Erbe verkaufen zu wollen, weil euch die Verbundenheit zu Meister fehlt. Ihr Leute seid einfach darauf aus, Meisters Mission zu zerstören, und es geht euch nur um eure eigenen Ziele.«

Initiation von drei Personen

Als sich Meister am 20. August 1974 im Willington Krankenhaus befand, sagte Meister zu mir, daß Er dringend drei Leute zu initiieren hätte. Er teilte mir mit, Er habe die Initiation auf Tonband aufnehmen lassen, und Er sagte: »Wenn sie kommen und um Initiation bitten, kannst du bei der Initiation dieses Tonband verwenden.« (Anmerkung: Bei der letzten Initiation am 29. Juli 1974 initiierte Meister mehr als 1000 Menschen. Meister hatte darum gebeten, während der Initiation eine Tonbandaufnahme zu machen. Es war das erste Mal, daß Meister erlaubte, Seine internste Handlung auf Tonband aufzeichnen zu lassen. Später sagte Meister, diese Arbeit habe noch ausgestanden und nun sei sie getan. (Anmerkung: Einmal fuhr Meister zu einem Satsangprogramm nach Kalka in der Nähe von Chandigarh, wo man eine Bandaufzeichnung eines seiner Vorträge abspielte. Meister sagte: »Ihr könnt euch glücklich schätzen, eine Aufnahme eures Meisters hören zu können. Hätte ich die Worte meines Meisters auf Tonband gehabt, hätte ich bei der Initiation die heiligen Worte niemals selbst ausgesprochen. Die fünf Namen sind verschieden, obwohl Naam nur eines ist. Da Naam durch fünf Ebenen kommt, klingt der Tonstrom jeweils verschieden, und es werden (bei der Initiation) fünf Namen gegeben. Die Stimme des Meisters ist jedoch auf allen Ebenen gleich.« Meister fuhr fort: »Es ist das erste Mal, daß die geladenen Namen eines kompetenten Meisters auf Band aufgenommen wurden.«)

Ich bat Tai Ji, drei Aspiranten die Initiation zu geben. Es waren:
1. Mr. Karamjit Singh von Naushera, Pattan Distr. Hoshiarpur
2. Prof. Kanwaljit Kaur von Morinda, Distr. Patiala
3. Udham Singh von Amritsar

Zwei von ihnen kamen nacheinander in den Ashram, und sie verstanden und akzeptierten Meisters Kompetenz. Ich sagte Tai Ji, daß sie initiiert werden sollten, erwähnte aber nicht, daß Meister das gesagt hatte. Nach einiger Zeit willigte Tai Ji ein, daß beide die Initiation erhalten sollten und daß das Band dabei verwendet wurde. Tai Ji achtete sehr genau darauf, ob sie Erfahrungen haben würden. Beide waren sehr zufrieden mit den Erfahrungen, die sie erhielten, und waren sehr glücklich. Da sie den Wunsch hatten, für die Meisterkraft zu arbeiten, wollten sie nicht mehr zu Hause bleiben oder an einem anderen Ort ihrer Arbeit nachgehen, sondern zogen es vor, im Ashram zu arbeiten, wo sie dann auch untergebracht wurden.

Einige Zeit später kam der dritte, und auch er wurde mit der Erfahrung von Licht und Ton im Innern gesegnet und war überaus zufrieden. Auch dieser Mann wollte im Ashram bleiben, und er übernahm freiwillig die Verantwortung für das Vorratslager.

Steve Melik in Delhi

Steve Melik, ein ergebener Schüler von Meister, kam nach Indien, um die beiden Gruppen im Management wieder zu vereinen.
(Anmerkung: Dadurch, daß das Management in zwei Lager gespalten war, schuf es für alle Probleme. Die eine Gruppe wollte Darshan Singh als spirituellen Nachfolger einsetzen, während die andere Gruppe nicht wußte, was sie tun sollte. Alle Mitglieder des Managements aber wußten, daß Meister nicht Darshan Singh zu Seinem spirituellen Nachfolger ernannt hatte. Sie waren es, die diesen Fehler begingen, in dem sie nach Meisters Weggang ihre eigenen Entscheidungen trafen. Steve Melik schaffte es, daß sie sich zu einem Gespräch zusammenfanden – aber er konnte sie nur physisch zusammenbringen, nicht spirituell, denn die Gruppe um Darshan Singh bestand darauf, daß Darshan Singh als spiritueller Nachfolger eingesetzt werden müßte, während die andere Gruppe darauf beharrte, abzuwarten, wer der Nachfolger wäre. Auf diese Weise konnten sie nicht zusammenarbeiten.)

Steve Melik wird krank

Steve Melik war voller Hoffnung gekommen, die edle Aufgabe zu erfüllen. Als er jedoch keine Hoffnung mehr sah, geriet er in Verwirrung. Er war wahr zu sich selbst und wahr zu Meister, und er wollte wahr sein zu allen. Trotzdem konnte er seine Aufgabe nicht erfolgreich durchführen. Er erkrankte an akuter Diarrhöe und litt unter starker Austrocknung. Als ich von seiner Krankheit erfuhr, brachte ich Medizin für ihn, er weigerte sich jedoch, sie zu nehmen. Nach Mitternacht wurde er sehr unruhig, und Meister erschien ihm. Meister fragte ihn: »Warum hast du die Medizin nicht genommen? Ich kam doch, um sie dir zu geben!« Zur gleichen Zeit hatte ich eine Erfahrung und sah Steve Melik auf rotem Sand liegen, der sehr heiß war. Ich stand sofort auf und ging direkt zu ihm. Ich fragte ihn: »Weshalb nehmen Sie die Medizin nicht?« Er bat: »Ja, geben Sie sie mir, ich werde sie jetzt nehmen.« Bald darauf fuhr er zurück, ohne das Problem der Spaltung gelöst zu haben.

Treffen mit Ajaib Singh

Gemeinsam mit einigen Brüdern und Schwestern ging ich, um Ajaib Singh zu treffen und mit ihm einige wichtige Dinge in bezug auf die Nachfolgeschaft zu besprechen. (Anmerkung: Zur Zeit von Guru Teg Bahadur traten zwanzig sogenannte Meister auf, und viele Leute arbeiteten gegen Bezahlung mit ihnen zusammen.)

Ich tat dies, um das Mißverständnis zu beseitigen, das durch Ajaib Singh unter den Kindern von Sant Kirpal Singh Ji Maharaj entstanden war. Ajaib Singh war bereits nach Delhi gekommen und wohnte bei einem Schüler von Meister. Er hatte einige alte Meisterschüler um sich. Ich wußte schon im voraus, daß er völlig gegen die Mission unseres Meisters war.
(Anmerkung: Als Meister einmal während einer Rundreise im Bezirk Ganga Nagar einen Satsang hielt, kam er (Ajaib Singh) auch dorthin. Nach einem förmlichen Gespräch mit ihm sagte Meister: »Sie können auch mitmeditieren, wenn Sie möchten.« Meister gab ihm aber nicht wirklich die Initiation. Danach kam er nicht mehr zu Meister, gab aber später vor, mit Meister in Verbindung geblieben zu sein.)

Wir alle sahen, wie er die arglosen Menschen mit vielen Parolen in die Irre führte, die er selbst aufbrachte. Einige der bezahlten Leute, die der Gruppe eines anderen Meisters angehörten, durch den Ajaib Singh die Initiation erhalten hatte, fuhren fort, unseren Meister zusammen mit Ajaib Singh zu preisen. Zu unserem größten Erstaunen hatte niemand von uns diese Hochstapler jemals zusammen mit Meister oder im Sangat gesehen. In Delhi stellte ich ihm einige Fragen. Er antwortete mir: »Ich bin kein gebildeter Mensch und kann all Ihre Fragen nicht beantworten.« Ich fragte ihn, an welcher Universität denn Guru Nanak studiert habe. Ajaib Singh sagte weiter, daß seine Aufgabe nur sei, die verwirrten Kinder Sant Kirpal Singhs zu lieben. Auf meine Frage: »Wer ist dein Meister?« sagte er nicht, Sant Kirpal Singh sei sein Meister, sondern behauptete, bei den Heiligen gäbe es keine Unterschiede.

Unser eigener Bruder fördert ihn

Da Ajaib Singh eine physische Ähnlichkeit mit Sant Kirpal Singh hatte, hielt ihn Herr Arran Stephens, ein fortgeschrittener und ergebener Schüler unseres Meisters, für den spirituellen Nachfolger. In Hinblick auf seine Unwissenheit möchte ich Herrn Arran Stephens darauf hinweisen, daß Baba Sawan Singh und Sant Kirpal Singh sich physisch niemals ähnlich sahen. Ich weiß, daß Herr Arran Stephens vom Herzen her rein war und daß Meisters plötzlicher Weggang ihn durcheinander brachte, so daß er den schwerwiegenden Fehler beging, Ajaib Singh zum spirituellen Nachfolger zu erklären. Später bedauerte er diesen Fehler. Er schrieb ein anderes Rundschreiben und entschuldigte sich für seine Unwissenheit. Aber er beging denselben Fehler wieder und glaubte nicht an die Worte seines eigenen Meisters. Er hätte mindestens verstehen müssen, daß er niemals einen Meister braucht, da er doch von dem großen Meister Sant Kirpal Singh initiiert wurde. So schufen seine Aussagen zweimal große Verwirrung unter all den Schülern von Meister.

Tai Ji bittet mich, vorzutreten

Als Tai Ji die ausgezeichneten Erfahrungen bei der ersten Initiation nach Meisters physischem Weggang sah, war sie sehr glücklich. Sie meinte, nun würden wir viele, viele Probleme überwinden. Tai Ji forderte mich auf: »Da du doch bis zum physischen Weggang mit Meister zusammen warst und du auch viel über Seine Anweisungen zu sagen hast, solltest du besser als Führer vorangehen.« Ich antwortete ihr: »Tai Ji, ich weiß, wie ich für Meister zu arbeiten habe, ich bin ein »geborgter Sklave« des Meisters und habe kein anderes Motiv als das, mich an Seine Anweisungen zu halten.«

Tai Ji will Kanwarbir Singh einsetzen

Später telefonierte Tai Ji mit Kanwarbir Singh, der in London wohnte, er solle kommen und als spiritueller Nachfolger arbeiten. Er hatte tatsächlich viel meditiert, und Meister liebte ihn sehr. Er kam also nach Delhi und besprach viele Angelegenheiten mit Tai Ji. Tai Ji ließ mich nichts davon wissen. Was seine (von Tai Ji beabsichtigte) Nachfolgeschaft betraf, wußte ich, daß er (Kanwarbir Singh) diese niemals annehmen würde, wenn er nur ein klein wenig Liebe und Hingabe für Meister hatte. Einige Tage später kehrte er mit der Feststellung zurück: »Ich kann nicht arbeiten, da Tai Ji viele Bedingungen stellt.« (Anmerkung: Es schmerzt mich, sagen zu müssen, daß Meister ihn nach einiger Zeit zurückgenommen hat.)

Nun war Tai Ji darauf aus, jemanden einzusetzen, der für Meister arbeiten würde, während Darshan Singhs Anhänger darauf aus waren, jeden Tag ein neues Problem zu schaffen. Sie ließen der Polizei immer wieder falsche Berichte über einige Personen zukommen, die im Büro des Sawan Ashrams arbeiteten, damit diese auf Grund dieser Schikane den Ashram verlassen sollten.

Tai Ji bittet Reno Sirrine,
den Repräsentanten aus USA, den Ashram zu besuchen

Tai Ji schickte eine Botschaft an Reno Sirrine, den Repräsentanten in den USA, er möge doch in den Ashram nach Delhi kommen, um die schlimme Situation, die Darshan Singh und seine Anhänger geschaffen hatten, zu besprechen. Reno Sirrine kam nach Indien, und ich fuhr zum Flughafen, um ihn zu empfangen.

Bei seiner Ankunft im Ashram fand ein förmliches Gespräch mit ihm statt in Anwesenheit von Tai Ji, ihrem Schwiegersohn Balwant Singh, Hr. B. N. Mehra, den Mitgliedern des Management-Komitees und mir.

Tai Ji fragte Reno Sirrine immer wieder, ob ihm Meister im Innern begegnet sei, da Meister ihr letzte Nacht erschienen sei und zu ihr gesagt habe: »Mein Kind Reno Sirrine kommt, und ich werde ihn empfangen.« Er (Reno Sirrine) jedoch schwieg. Als Tai Ji ihn weiter bedrängte, sagte er zu ihr: »Meister erschien mir nicht, sondern dieser Mann (Dr. Harbhajan Singh), den ich nicht kannte, kam zu mir, während ich meditierte und zu Meister betete. Ich sagte: »Meister, dies ist das erste Mal, daß ich Indien in Deiner Abwesenheit besuche. Hilf mir und führe mich, damit ich nicht fehlgeleitet werde!« Zu meiner größten Überraschung kam dieser Mann (Dr. Harbhajan Singh), um mich auch physisch in Empfang zu nehmen.« Ich sagte zu Reno Sirrine: »Da Meister mich mit den Anweisungen für Seine weitere Mission gesegnet hat, zeigte Er mich ihnen im Innern, damit sie nur meinem Rat folgen und nicht fehlgeleitet werden.« Später hielten Reno Sirrine und Tai Ji viele Besprechungen ohne mein Beisein ab. Nachdem er sich einige Tage lang mit Tai Ji besprochen hatte, kam Reno Sirrine zu mir und erklärte mir, daß Tai Ji beschlossen habe, Thakar Singh einzusetzen, damit dieser in Indien arbeitete, und ihn selbst (Reno Sirrine) für die Arbeit im Westen, und das sei Meisters Wunsch. Ich fragte ihn, ob dies wirklich Meisters Wunsch sei, und er antwortete: »Ja, Tai Ji sagt es.« Da Tai Ji im Sangat als Meisters aufrichtigste und treueste Mitarbeiterin galt, initiiert von Baba Sawan Singh, hielt jeder Tai Ji’s Wort für die Wahrheit. Thakar Singh kam in den Sawan Ashram in Delhi, und es fand ein Treffen mit Tai Ji statt, bei dem auch Ranbir Singh, Kulwant Singh, Chet Singh von Chandigarh und ich anwesend waren.

Die Einsetzung von Thakar Singh

Tai Ji fragte auch meine Frau zu diesem Problem um Rat und bat sie, den inneren Meister nach Seinem Willen zu fragen.
(Anmerkung: Der Meister ist die Kraft, die Führung gibt, noch bevor etwas geschieht.) Einmal bat mich Meister, alle Gruppenbeauftragten in den verschiedenen Zentren des Punjab zu überprüfen und Ihm einen Bericht zu geben, da sich bei ihnen bedenkliche Schwächen gezeigt hatten und jeder sich durch Ego und anderes verleiten ließ. Einen Monat später meldeten sie sich selbst bei Meister, um meinem Bericht zuvorzukommen, und baten um Vergebung für ihre Unwissenheit. Meister sagte: »Ich habe eine solche Art von Fernsehen eingerichtet, das eure Gedanken schon übermitteln wird, während sie noch in eurem Herzen sind.«

Die Meisterkraft ist also jene Kraft, die uns die lebendige Verbindung gibt, und man kann jeden Augenblick Seinen Rat erhalten. So war dieses ernste Problem, das wir zu bewältigen hatten, von der Meisterkraft bereits im Innern gelöst worden. Wie Meister es uns jeweils voraussagte, stellten Thakar Singh und Tai Ji ihre Forderungen.)

Da Thakar Singh versprach, alle von Tai Ji gestellten Bedingungen zu erfüllen, war Tai Ji sehr glücklich. Beide bestanden darauf, daß ich einen Brief an den Sangat als Bestätigung schreiben sollte, in dem ich erklären sollte, daß Thakar Singh der kompetente Meister sei. Ich sagte zu Tai Ji: »Das mußt du selbst schreiben, da du diejenige bist, die das behauptet, und der Sangat wird dir mehr Glauben schenken als mir.« Sie bestanden jedoch darauf, daß ich es schreiben müßte. Thakar Singh sagte: »Da ich mit Meister nicht in so enger Verbindung war wie ihr beide (meine Frau und ich), müßt ihr aber auch versprechen, daß Führung und Hilfe (der Meisterkraft) gewährleistet sind und daß ihr mit mir eine Rundreise zu den anderen Zentren machen werdet.« Wir versprachen Thakar Singh und Tai Ji beides, sagten aber auch, daß wir dasselbe tun würden, was Meister bei Baba Deva Singh in Taran Taran getan hatte, für den Fall, daß Thakar Singh die Arbeit nicht auf die rechte Weise ausführen sollte. Das wurde ihnen also gesagt, und sie stimmten zu. (Anmerkung: Als in Beas ein falsches Testament zugunsten von S. B. Jagat Singh geschrieben worden war, wurde unser Meister gezwungen, es öffentlich im Satsang vorzulesen. Meister fragte, ob dieses Testament echt sei und ob dies die Art und Weise wäre, wie ein kompetenter Meister vorgehen würde. Sie antworteten: »Es ist alles in Ordnung, du mußt es vorlesen.« Auf diese Weise wollten sie unseren Meister als Nachfolger ausschalten. Meister stellte auch an Bibi Ralli, eine entwickelte Schülerin Baba Jaimal Singhs, die Frage, ob es richtig wäre, das vorzulesen. Auch sie meinte, es solle vorgelesen werden. Meister las es und war damit frei. Baba Jaimal Singh hatte zwei fortgeschrittene Schüler, Baba Bagga Singh und Baba Sawan Singh. Während Baba Jaimal Singh im physischen Körper war, trug er Baba Bagga Singh auf, in Taran Taran in der Nähe von Amritsar zu arbeiten. Baba Sawan Singh begann Seine Arbeit nach dem physischen Weggang von Baba Jaimal Singh. Als Baba Bagga Singh seinen Körper verließ, hatte er niemanden benannt, der seine Aufgabe übernehmen sollte. Baba Sawan Singh fuhr daher nach Taran Taran und ersuchte Baba Deva Singh, an der Stelle von Baba Bagga Singh zu arbeiten, und Er gab ihm die volle Zusicherung, daß Erfahrungen und Schutz durch die Meisterkraft gegeben würden. Als jedoch Baba Sawan Singh den physischen Körper verließ, arbeitete Baba Deva Singh mit den Leuten von Beas zusammen und vergaß alles, was ihm von Baba Sawan Singh erklärt worden war.)

Unser Meister fährt nach Taran Taran

Unser Meister Sant Kirpal Singh Ji fuhr nach Taran Taran und forderte Baba Deva Singh auf, die Arbeit niederzulegen, da es sonst in Zukunft seine eigene Arbeit wäre und die Meisterkraft dann nicht mehr für die weitere Arbeit verantwortlich sei. Baba Deva Singh aber antwortete: »Baba Sawan Singh hat mich eingesetzt und nicht Du.« Daraufhin sagte Meister: »Derselbe, der dich eingesetzt hat, sagt dir nun, daß du die Arbeit niederlegen sollst.« Baba Deva Singh gab die Arbeit aber nicht auf, sondern führte sie mit Unterstützung von Beas fort.

Erste Initiation mit Meisters Stimme auf Band im Sawan Ashram Delhi

Die erste Initiation wurde von Thakar Singh in Anwesenheit von meiner Frau und mir, Tai Ji, Reno Sirrine und vielen unserer Brüder und Schwestern aus dem Westen gegeben. Alle hatten so schöne Erfahrungen, daß jeder glücklich war. Nach der Initiation bemerkten wir, daß Thakar Singh etwas verändert war, das Ego war in ihm aufgekommen, er aber wollte es vor uns verbergen. (Anmerkung: Vor der Initiation hatte Tai Ji im wöchentlich stattfindenden Satsang angekündigt: »Es wird eine Initiation stattfinden, und dabei wird das Band von Meister verwendet, Thakar Singh ist nicht der Meister. Das ist so vorgesehen, im Westen wird Reno Sirrine arbeiten.« Aber Reno Sirrine widersprach ihr sofort.)

Thakar Singhs Reise durch den Punjab

Thakar Singh trat seine Reise durch den Punjab an und erreichte auch Nawanshar, wo wir bereits auf Meisters Farm arbeiteten. Einen Tag nach seinem Aufenthalt in Nawanshar kamen einige von Meisters Schülern mit einer ernsten Klage wegen Thakar Singh zu uns. Es ging um einen Vorfall, den er sich in der Nacht zuvor hatte zuschulden kommen lassen. Nach dem Punjab Programm fuhren wir zurück nach Delhi.

Thakar Singh wird zu der Anschuldigung befragt

Ich fragte Thakar Singh, ob diese Anschuldigung zu Recht erhoben worden sei und ob dieser Vorfall in Nawanshar sich tatsächlich zugetragen hätte. In Gegenwart von Mechthild, einer ergebenen Schülerin von Meister, gestand er seine Schuld, entschuldigte sich und versprach, so etwas nie mehr zu tun; dies geschah im Gästehaus in Delhi, im Raum neben der Treppe zum ersten Stock.
Aber diese Dinge kamen immer wieder bei ihm vor und wurden ihm zur festen Gewohnheit; im Westen machte er es genauso. Tai Ji aber verteidigte ihn jedesmal und wollte nie auf andere hören.
Danach begann Tai Ji, von uns Abstand zu halten.

Reise in den Westen 1977

Wie wir es Thakar Singh versprochen hatten, begleiteten meine Frau und ich ihn auf seiner Reise in den Westen. Dort kamen nach der Initiation Unstimmigkeiten unter den alten und neuen Schülern auf. Für gewöhnlich stellten die neuen viele unechte und sinnlose Fragen, da ihnen nie Zeit gegeben wurde, den theoretischen Aspekt des Lebens voll zu verstehen und sie dazu gedrängt wurden, sich so früh wie möglich initiieren zu lassen. Manches Mal gab er die Initiation gleich nach dem ersten Satsang. Die Fragen waren von sehr arroganter Art, wie zum Beispiel: »Über wen sollen wir meditieren?« Thakar Singh sagte ihnen manchmal, sie sollten über ihn (Thakar Singh) allein meditieren. In Gegenwart alter Schüler pflegte er manches Mal zu sagen: »Es ist kein Unterschied, ob ihr über mich oder über Meister Kirpal Singh Ji meditiert.« (Anmerkung: Ein Meister sagt niemals, daß man über eine Gestalt meditieren soll – Gott kommt von selbst!)

München 1977

Nachdem er einen Satsang im Hotel Holiday Inn gehalten hatte, fuhr Thakar Singh zum Haus von neu Initiierten, während viele alte Schüler von Meister, wie Hannes Fuchs, Mechthild, Hans Tex usw. zusammen mit mir und meiner Frau ebenfalls dorthin fuhren. Einer der neu Initiierten, der mit den alten Schülern nicht übereinstimmte, stellte dieselbe Frage, um sie zu provozieren: »Meister, über wen sollen wir meditieren?« Thakar Singh wollte keine Antwort geben. Da forderte ihn Mechthild auf: »Thakar Singh, warum öffnest du nicht dein Herz?« Aus Ego antwortete Thakar Singh dem Fragesteller: »Meditiere über keinen. Der Stärkere wird dir erscheinen.«

Über diese Antwort wurden die meisten alten Schüler ärgerlich. Sie baten auch mich und meine Frau mit ihnen hinauszugehen. Hannes Fuchs, Mechthild, Hans Tex, Matthias Birzer und einige mehr sagten zu mir und meiner Frau: »Wir wissen, daß Meister euch die Anweisungen für Seine weitere Mission gegeben hat. Wir haben jetzt einen Trennungsstrich gezogen. Möchtet ihr mit Thakar Singh und Hunderten seiner Anhänger kooperieren oder wollt ihr mit uns zusammenarbeiten?«

Wir entschieden uns für sie und erzählten ihnen vom Wandel des Eisernen ins Goldene Zeitalter, der kommen werde, und daß der Grund, weshalb Meister Seinen Körper vierzehn Jahre früher verlassen hatte, mit diesem Wandel zusammenhänge. Wir sagten ihnen auch, daß Hingabe und Liebe, Empfänglichkeit und Sehnsucht notwendig sein würden, um diese lange Zeit von vierzehn Jahren abzuwarten, um Seine weitere Mission zu verstehen.

Im Ashram in Delhi werden uns die Türen verschlossen

Nach unserer Rückkehr blieben wir im Ashram in Delhi, wo seit Meisters physischem Weggang bereits einige Schüler aus Amritsar arbeiteten. Tai Ji, Thakar Singh und ihre Anhänger begannen, uns streng zu überwachen, während wir nur daran dachten, was als nächstes getan werden könnte, um Meisters Mission auf eine feste Grundlage zu stellen.

Eines Tages, nachdem wir den Ashram verlassen hatten, um zu einem Satsang zu fahren, fanden wir zu unserer größten Überraschung alle Zimmer, in denen die alten Schüler von Meister aus Amritsar und Chandigarh gewohnt hatten, sowie den Raum für meine Frau und mich versperrt vor. Wir fragten nach den Schlüsseln, worauf wir aufs heftigste beschimpft wurden, während Thakar Singh sich hinter einem Vorhang versteckt hielt und die ganze Szene beobachtete.

In der brütenden Hitze der Sonne saßen wir vor unserem Zimmer ohne Essen und ohne Wasser, da selbst das Wasser in den Badezimmern und in den Leitungen abgestellt worden war. Wir hatten nicht einmal genug Geld für eine Fahrkarte zurück nach Amritsar.

Am Abend wurde uns von einem Verwandten eines Schülers geholfen, der uns Geld lieh, und wir sagten dem Ashram und seinen Bewohnern Lebewohl. Böse Worte und Beschimpfungen gaben uns das Geleit, als wir gingen, und wir nahmen das als ein Geschenk zum Andenken, damit es uns unvergeßlich blieb.

Die einzige Arbeit, die Meister für die Zeit nach Ihm in Auftrag gab

Tai Ji und Thakar Singh, Darshan Singh, alle wußten, daß Meister nur eine Arbeit unvollendet ließ und in Auftrag gegeben hat, und das war das Manav Kendra (Menschwerdungszentrum) bei Nawanshar.
Und sie wußten auch, daß diese Arbeit Dr. Harbhajan Singh übergeben worden war. Sie strengten neue Prozesse gegen mich an, um uns von diesem Platz zu vertreiben.

Tai Ji bringt Nihangs auf die Farm

Tai Ji brachte nahezu 30 Nihangs, die mit Waffen und Schwertern ausgerüstet waren, und sie nahmen die Farm gewaltsam in Besitz.

Tai Ji gibt einen kostbaren Teppich als Geschenk

Tai