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Wer ist der Meister?

Wahre und falsche Erfahrungen

Die Ausführungen über Meditation verdeutlichen, daß der innere Weg voller Gefahren ist. Deshalb betonen alle heiligen Schriften, daß Führung notwendig ist. Es ist erwiesen, daß nur jemand, der selber diesen Weg gegangen ist und alle Schwierigkeiten gemeistert hat, anderen helfen kann, das Ziel zu erreichen. Wenn man im Bergsteigen ungeübt ist und einen hohen und gefährlichen Berg besteigen will, braucht man einen Bergführer. So ist es hier in der Welt. In gleicher Weise braucht man auf dem spirituellen Weg einen kompetenten Führer. Er muß auch die Erlaubnis der Gotteskraft haben, andere führen zu dürfen. Solche Persönlichkeiten behaupten niemals, ein Meister zu sein, sondern weisen immer auf Gott als den Meister hin.

Der wahre Meister ist also Gott selbst. Nicht der Absolute Gott, sondern Gott, der sich zum Ausdruck brachte, der das gesamte Universum in Gang hält und kontrolliert, und der auch uns im Körper erhält. Wir haben eine direkte und unabhängige Verbindung zu Ihm. Er wohnt in jedem von uns, jedoch in verborgener Form. Der physische Pol, der Körper, in dem sich diese Kraft offenbart, ist gesegnet. Solche Persönlichkeiten sind jedoch selten. Christus war eine solche Persönlichkeit, ebenso Kabir, Guru Nanak und alle anderen Meister, deren Erfahrungen in den heiligen Schriften beschrieben werden.

Wahre Meister sind von Gott beauftragt
und sehen Ihn als den Handelnden

Meister oder Heilige werden von Gott auserwählt, sie kommen mit einem Auftrag und einem Ziel. Sie arbeiten in Seinem Namen und durch die Kraft Seines Wortes (Shabd). Sie sind bewußte Mitarbeiter am göttlichen Plan und sehen die verborgene Hand Gottes in allen Lebensbereichen wirken. Die, die sehen, daß ihr Vater der Handelnde ist, können nicht behaupten, daß sie selbst etwas bewirken. Bhaji bezeichnete sich selbst immer als einen gekauften Sklaven der Gotteskraft.

Die Menschen in der Welt identifizieren sich mit physischen "Meistern" - wenn solche von sich behaupten, sie seien Meister, glauben ihnen die Menschen. Wer aber von Gott beauftragt ist und die Kompetenz hat, wird niemals von sich sagen, er sei ein Meister, denn er erbittet etwas von der höheren Kraft oder diese Kraft gibt direkt etwas. Er wird sich selbst als gekauften Sklaven dieser Kraft bezeichnen. Würde er nur einmal sagen, er sei der Meister, würde diese Verbindung zur Gotteskraft sofort zerbrochen.

Viele bezeichnen sich selbst als Meister -
aber es zählt nur, was jemand geben kann

Es gibt Abertausende von "Meistern" in der Welt, die alle behaupten, sie seien ein Meister. Doch die kompetenten Meister (die das fleischgewordene Wort sind) sagen, daß solche "Meister" direkt oder indirekt für die negative Kraft arbeiten - so finden wir es in der Lehre. Was lehren die falschen Meister? Sie lehren das gleiche wie die kompetenten Meister, aber die Erfahrung, die sie geben, ist anders. Die Lehre ist gleich. Zu lehren ist nicht schwierig - jeder kann das mit ein bißchen Übung; aber die praktische Erfahrung zu geben, die Ersthanderfahrung, ist sehr schwierig. Das ist nur jenem möglich, der von der Gotteskraft dazu beauftragt wurde. Was ist also der Unterschied zwischen einem kompetenten und einem sogenannten "Meister"? Der Unterschied ist sehr groß.

Es ist leicht, über das Körperbewußtsein zu gehen und sich hier (zwischen den Augenbrauen, in der Nähe vom Sitz der Seele) zu konzentrieren, aber es ist sehr schwierig, sich vollkommen vom Körperbewußtsein zurückzuziehen und sich über den astralen und kausalen Körper zu erheben. Das ist nur möglich, wenn man nach oben erhoben wird und durch das Dritte Auge oder Einzelauge hindurchgeht. Diese Erfahrung kann man nur mit Hilfe der Gotteskraft erlangen, nicht aus eigener Anstrengung.

Falsche Erfahrungen,
wie sie von den sogenannten "Meistern" gegeben werden

Auf der Ebene des Gemüts befinden sich alle Eindrücke aus der Vergangenheit, alle Karmas, die im Reservoir des Unterbewußtseins gespeichert sind. Sie sind wie ein eiserner Vorhang, der die Seele oder den Geist daran hindert, sich nach oben zu erheben. Nur die Gotteskraft, das Wort oder Shabd, kann diese Karmas verbrennen und das Dritte Auge öffnen. Dann erst kann die Seele die Dunkelheit durchqueren und das heilige Licht sehen. Da die sogenannten "Meister" nicht in der Lage sind, das Karma aufzulösen, sind die "Erfahrungen", die sie zum Zeitpunkt der Initiation geben, unterhalb des Sitzes der Seele, und das Licht unterhalb vom Sitz der Seele ist negativ. Es führt nach unten in den Körper, und die "Erfahrungen" dort sind nur Illusion. Diese "Meister" lehren etwas, doch sie sind nicht in der Lage, das auch zu geben. Sie lehren die gleiche Theorie, doch was sie geben, ist etwas ganz anderes.

Auch die fünf Namen, die man bei der Initiation erhält, sind von keinerlei Nutzen, wenn sie von jemandem gegeben werden, der nicht beauftragt ist. Wer die fünf Namen oder irgendein Mantra von einem "Meister" erhält, der nicht kompetent ist, und seine Aufmerksamkeit auf diesen "Meister" fixiert, kann nur soweit fortschreiten, wie dieser "Meister" selbst. Wenn ein solcher "Meister" zum Beispiel in die Astralwelt gehen kann, kann sein Schüler auch nur so weit gehen wie sein "Meister". Dort wird man viele wundersame, faszinierende Erfahrungen machen, so daß man überzeugt ist, man mache ständig Fortschritte, obwohl man sich in Wirklichkeit nur innerhalb dieser Ebene bewegt.

Meister, die nicht kompetent sind, werden Erfahrungen in diesen Regionen als rein spirituell bestätigen, wodurch sie ihre Schüler mißleiten und an ihre eigene Person gebunden halten. Zu solchen negativen Erfahrungen gehören nicht nur das Licht aus der Astralebene, sondern auch Erfahrungen von Szenerien, Landschaften, Blumen, das Erscheinen von Engeln und vieles andere mehr.

Die fünf Namen, die ein kompetenter Meister zum Zeitpunkt der Initiation gibt, erhält man, um überprüfen zu können, ob eine Erfahrung positiv oder negativ ist. Diese Namen wirken jedoch nur, wenn sie geladen sind. Einfach nur die Namen weiterzugeben ist nicht schwierig. Eine Initiation ist aber nur dann gültig, wenn die Aufmerksamkeit einer Kraft gegeben wird, die zumindest die Kompetenz der fünften Ebene (Sach Khand oder Ebene des Bewußtseins) hat und damit in der Lage ist, die Seele vom Rad der Wiedergeburten zu befreien. Wer auf der physischen Ebene vorgibt, ein Meister zu sein, ohne die Seele auf den höheren Ebenen führen zu können, kann nicht als Meister akzeptiert werden. In diesem Falle stimmen der wahre innere Meister (Gurudev) und der äußere sogenannte "Meister" nicht überein. Die Aufmerksamkeit des Schülers ist geteilt, und die Seele kann nicht fortschreiten.

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